Das katholische Bürgertum
hat die Nazis verachtet

In der "Wiener Zeitung" vom 15. März berichtet Anton Pelinka, dass es in katholisch-konservativen Kreisen nicht selbstverständlich war, Gegner des Nationalsozialismus zu sein.

Das Gegenteil ist richtig. Gerade im katholisch-bürgerlichen Milieu waren sehr entschiedene Gegner der Nationalsozialisten. Meine Großmutter, im Jahre 1938 mit einem Nationalsozialisten liiert, hatte mit massiver Ablehnung der gesamten Verwandtschaft zu kämpfen, ihr eigener Vater prophezeite ihr, sie werde die Erste sein, die am Floridsdorfer Spitz hängen werde, wenn Adolf Hitler weg sei. So weit ist es zum Glück nicht gekommen, der Bruch mit der Familie blieb bis zu ihrem Tod bestehen.

Wien, Heldenplatz: Beim "Fest der Freude" (hier am 8. Mai 2017) wird der Sturz des NS-Regimes gefeiert. - © apa/Georg Hochmuth
Wien, Heldenplatz: Beim "Fest der Freude" (hier am 8. Mai 2017) wird der Sturz des NS-Regimes gefeiert. - © apa/Georg Hochmuth

Die ganzen Legitimisten, pensionierten Beamten aus der Kaiserzeit und viele Pfarrer waren voll Verachtung für die Horden an reichsdeutschen Nazis, die Spitzenstellungen in der Verwaltung eingenommen hatten, man denke nur an den "Bierleiter Gauckel", ein Synonym für den Gauleiter Bürckel aus dem Rheinland.

Nicht zuletzt darf ich auf den Chorherrn Roman Scholz verweisen, der einer der ersten Widerstandsgruppen gründete, oder auf die Widerstandsgruppe "O5", die von Bürgerlichen, ehemals Adeligen und Christlichsozialen, dominiert wurde. Am anderen Ende des politischen Spektrums waren die Kommunisten im Widerstand stark vertreten. Es war selbstverständlich in diesen Kreisen, gegen die Nazis zu sein.

Christian Daubal,

3400 Klosterneuburg

Zur Kolumne von Severin Groebner, 17. März

Ein Lob für den
"Glossenhauer"

Welch wunderbare Glosse wieder, Herr Kollege (wenn ich mich so salopp ausdrücken darf).

Joesi Prokopetz,

per E-Mail

Zum Artikel von Ina Weber,
16. März

Neue Ideen, wie man Wohnstraßen gestaltet

Wohnstraßen waren ursprünglich genau so gedacht, und in der ersten Wohnstraße Wiens, der Wichtelgasse, kann man bis heute sehen, wie das ausschauen soll. Die missbräuchliche Verordnung von Wohnstraßen, nur weil man sich Umbauten ersparen will, erzeugt nur ein Abstumpfen - das kann man gerne in der Wehlistraße probieren, wo man als "Verkehrsberuhigung" solche Tafeln aufgestellt hat, die Autofahrer aber weiterhin mit Vollgas durchrasen.

Man sieht aber an der Mariahilfer Straße, wie es geht: Optik wie in der Fußgängerzone, und sofort wird dem Autofahrer klar, dass er hier nur zu Gast ist.

Harald Jahn,

per E-Mail

Zum Interview von Michael Schmölzer, 13. März

Die Digitalisierung stellt die Gesellschaft auf den Kopf

Diesen Artikel fand ich ganz besonders lesenswert: Nicht nur, weil ich Mathias Binswanger, den renommierten Volkswirtschaftsprofessor und Publizisten, für einen der wichtigsten Warner unserer Zeit halte, sondern auch, weil er immer wieder die "getriebene" Bürgerschaft anspricht, sie auffordert, sich zu empören und sich zu engagieren!