Das Kopftuch-Emoji , initiiert von einer Schülerin der Vienna Inter- national School. - © apa/Helmut Foringer
Das Kopftuch-Emoji , initiiert von einer Schülerin der Vienna Inter- national School. - © apa/Helmut Foringer

Diskussionen um das islamische Kopftuch

Wie man Aussagen "aufgeklärter" Muslime entnehmen kann, handelt es sich beim Kopftuchgebot um kein religiöses Symbol, sondern nur um Unterdrückung des weiblichen Geschlechts unter religiösem Vorwand. Daher ist bei einer Verbotsdiskussion der Vergleich mit echten Religionssymbolen, wie Kreuz oder Kippa unangebracht.

Ob es notwendig oder sinnvoll ist, gesetzliche Verbote für das Kopftuchtragen einzuführen, sei dahingestellt. Tatsache ist aber, dass Symbole von Frauendiskriminierung in unserer liberalen Gesellschaft keinen Platz haben und der erforderlichen und sinnvollen Integration bei uns lebender Muslime im Wege stehen.

Günter Braun,

1020 Wien

Zum Gastkommentar von
Kurt Bayer, 3. April

Österreichs Regierung
handelt gegen EU-Konsens

Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen in der Regierung diesen ausgezeichneten Artikel lesen und ihn beherzigen. Vermeintliche Unabhängigkeit von gut fundierten Mehrheitsmeinungen hat ihre Kosten für uns alle.

Dr. Paul Knotter,

1190 Wien

Konsens in der EU nur,
wo es sinnvoll ist

Der Zugang von Kurt Bayer, der Solidarität mit der EU in möglichst allen Fragen aus politischem Opportunismus empfiehlt, ist weder im Interesse unseres Landes noch moralisch vertretbar! Warum muss man jede fragwürdige Aktivität unterstützen?

Dass die Türkei viel zu groß und zu verschieden für einen Beitritt zur EU ist, ist evident. Die EU schafft nicht einmal den Ausgleich der Interessen und Sichtweisen innerhalb Europas. Dazu kommen massive Verstöße gegen internationales Recht und gegen die Menschenrechte und die Ablehnung des Beitritts durch Europas Bevölkerung. Dass die EU das verlogene Spiel der aussichtslosen Verhandlungen weiter betreibt, statt eine zukunftsorientierte Lösung gemeinsam mit den Türken zu erarbeiten, ist völlig unverständlich.

Auch die Russlandpolitik der EU, die ja überhaupt nur aus Sicht der Geostrategie der USA und der Nato irgendeinen Sinn macht, bietet keine erkennbare Perspektive für Europa und ist in vieler Hinsicht problematisch.

Irmfried Aringer,

per E-Mail

Zum Interview von Christina Böck, 31. März

Scherzen und Lachen
als österliche Tradition

Der Artikel bedarf einer Korrektur: Dass es die Tradition des Osterlachens "in früheren Jahrhunderten" gegeben hätte und dass die "wenigsten Gläubigen heute jemals von dieser Tradition gehört" hätten, stimmt einfach nicht. Als wir in unserer Marktgemeinde Bisamberg noch einen eigenen Pfarrer hatten, verging kein Osternachtgottesdienst ohne eine passende Anekdote oder einen passenden Scherz, der die Anwesenden zum hellen Lachen brachte. Allerdings war es auch bei uns nicht mehr üblich, in der Osternacht lachend über den Friedhof zu gehen, um den Tod auszulachen; denn dies war die eigentliche Absicht des Osterlachens.

Eine solche Anekdote erzähle ich noch: Als Josef von Arimathäa nach Jesu Beisetzung heimkam, erzählte er seiner Frau, er habe ein neues Felsengrab hergegeben. Sie war sehr bestürzt darüber und machte ihm schwere Vorwürfe: "Wie kannst Du so etwas machen? Ein ganz neues Grab, und sehr teuer, was machen wir da jetzt?" Er beruhigte sie: "Kränk Dich nicht, das ist ja nur über das Wochenende!"

Dr. Gottfried Mazal,

2102 Bisamberg