Zum Kommentar von
Christian Rösner, 17. August

In den Wiener U-Bahnen
wird das Essen verboten

Ich wohne in Wien und bin begeistert davon, wenn mich Betrunkene belästigen, Rauchende mir das Atmen erschweren, Fahrräder auf dem Gehsteig fahrend mich zum Zur-Seite-Springen nötigen, der Duft von Leberkäs- und Schnitzelsemmeln die Luft erfüllt und die Fettflecken von den Sitzen an mein Gewand weitergegeben werden. Die klebrigen Flecken auf dem Boden (von Softdrinks, Fruchtsäften etc.) und das Rollen der (zum Teil) geleerten Dosen und Flaschen werde ich jedenfalls ebenso wie die Kaffeeflecken auf meiner Jacke dank "Coffee to go" sehr vermissen.

Dass die Stadt Salzburg bereits "auf dem Land" ist, war mir bis jetzt unbekannt.

Inge Hoa

per E-Mail

Das Essverbot wird
dem Alltag nicht gerecht

Dass man sich in der U-Bahn schon einmal von Döner oder Bier geruchsbelästigt fühlt - klar. Umgekehrt waren sicher die meisten von uns schon einmal in der Situation, in der Arbeit keine Zeit zum Essen und dafür in den Öffis eine Pizza verdrückt zu haben. Überdies wird man durch das Verbot leider auch nicht verschwitzte oder nach Zwiebel riechende MitfahrerInnen loswerden, oder solche, die gerade noch den letzten Zug der Zigarette mit ins Gefährt nehmen.

Mag. Sandra Langthaler,

1190 Wien

Andere Passagiere sollten
nicht gestört werden

Das Essen in der Straßen- oder U-Bahn ist auch ein kläglicher Ausdruck dafür, dass sich der Mensch keine Zeit mehr dafür einräumt. Etwas anders stellt sich die Situation bei einem Fernzug dar. Wenn ich etwa im ICE von Linz nach Hamburg reise, wird in den gut acht Stunden eine Nahrungsaufnahme erlaubt sein. Jeder kann für sich ein gewisses Maß finden, das den anderen nicht stört.

Franz Furtlehner,

per E-Mail

Es gibt heute keinen
guten Manieren mehr

Das Wort Manieren fehlt leider in der modernen Erziehung. Es fehlt an Erziehung für Anstand, Umgangsformen im Zusammenleben, im Auftreten, in Kleidung oder Esskultur. Alles ist erlaubt, so verludert und verschlampt unsere sogenannte Kultur. Wenn es die Kinderstube, ob zuhause oder in der Schule, nicht bringt, dann geht es eben nur über Verbote. Es ist aber erfreulich, dass sich doch endlich Empörung regt.

Dkfm. C. Reisch,

8992 Altaussee