Schon als Kind träumte die promovierte Biologin Carmen Rohrbach vom Erkunden ferner Länder. Sie war unter anderem in Patagonien, Namibia, Peru, Island, der Mongolei. Sie hat länger auf den Galapagos-Inseln und im Jemen gelebt.

Am Lagerfeuer in der Mongolei. - © C. Rohrbach
Am Lagerfeuer in der Mongolei. - © C. Rohrbach

"Wiener Zeitung": Reisende haben eine andere Perspektive auf die Welt. Sehen Sie das auch so?

"Carmen Rohrbach": Natürlich, weil man über den eigenen Horizont hinausgeschaut hat.

Man beschreibt sie als Pionierin unter den deutschen Reisebuchautorinnen. Inwiefern halten sie es mit dem Trend, sich online zu vernetzten – egal wo immer sie auch sind, damit ihnen ihre Fans folgen können. Sozusagen LIVE an Ihren Spuren haften?

Auf meinen Reisen brauche ich keine modernen Technologien. Als ich ein Jahr im Jemen war, habe ich meine Mutter nicht angerufen, sondern lieber Briefe geschrieben. Bei einem Telefonat kann ich nicht viel mehr mitteilen, als: "Hallo! Wie geht’s dir? Gut. Danke". Auch benötige ich kein Handy, um jemanden anzurufen, wenn ich einen Unfall haben würde. Statt dessen bitte ich Menschen vor Ort um Hilfe.

Mit Beduinen im Jemen. - © C. Rohrbach
Mit Beduinen im Jemen. - © C. Rohrbach

Sie leben am Ammersee. Wie reiselustig sind sie im Moment?

Ich bin immer wieder längere Zeit zu Hause. Letzten Monat war ich gerade auf Lesereise in Norddeutschland und an der Ostseeküste unterwegs. Mit Lesungen finanziere ich meine Reisen, die mindestens ein halbes Jahr oder länger dauern. Bei den Veranstaltungen lerne ich meine Leser kennen, denn sonst ist mein Beruf schon recht einsam. Ich bin alleine unterwegs und beim Schreiben ist man auch alleine am Schreibtisch. Aus diesem Grund ist es für mich beglückend und bereichernd, in Kontakt mit meinen Lesern zu treten.

Lesen und Schreiben, ein Traumberuf. Funktioniert das bei Ihnen?

Es geht gut bei mir. Doch muss man diszipliniert sein. Das könnte nicht jedem gefallen.

Sie sind promovierte Biologin. Als Sie ein Kind waren haben Sie schon "von der Ferne geträumt".

Ich habe Biologie studiert mit der Vorstellung, von der Universität ins Ausland geschickt zu werden, um dort wissenschaftlich zu arbeiten und zwar im Freiland und nie im Labor. Ich habe von Jugend an geschrieben. Zunächst ging es nebenbei, aber es hat sich gut zusammengefügt und wurde mein Beruf.