IOG engagiert sich in Tansania..... - © IOG Austria
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"Wiener Zeitung": Sie leben im oberösterreichischen Wels. Und Sie haben viele Orte auf der ganzen Welt bereist. Haben Sie diese Eindrücke geprägt?

"Peter Baumann": Ja. Ich sehe die in Österreich lebenden Menschen aus anderen Ländern in einem anderen Licht. Ich kann sie mich besser in sie hineinfühlen, sie besser verstehen. Denn ich hatte ja die Möglichkeit, die Randbedingungen fremder Länder, Kulturen und Religionen kennenzulernen. Ein Beispiel: Bei uns ist es recht einfach, in einem Kühlschrank Schweinefleisch zu lagern. In der Arabischen Wüste ohne Stromversorgung gestaltet sich das schon komplizierter. Ähnlich schwierig ist es, Schweine in der Wüste zu halten. Bei Ziegen und Schafen ist das schon einfacher, da ihr Fleisch weniger schnell verdirbt. Wir können also viel von Regelungen und Handlungsweisen anderer Länder und Kulturen lernen. Die sind nämlich auch manchmal besser als bei uns.


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... mit der Instandsetzung von Wasseraufbereitungsanlagen. - © IOG Austria
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Wie ist es denn bei uns?

Es geht uns gut hier. Auch wenn ich mich zuweilen über unsere Politiker und unser Sozialsystem ärgere, vergleiche ich unseren Status mit Situationen, die ich in anderen Ländern erlebt habe. Dann relativiert sich der Ärger schnell wieder.

Wo gefällt es Ihnen besonders gut?

Irgendwie hat jedes Land seinen besonderen Reiz. In Island ist es die Natur, auf Mauritius das interkulturelle Zusammenleben. Besonders gut gefällt es mir auf den britischen Karibikinseln: Sonne, Meer und trotzdem hoher Lebensstandard, leider aber auch immer wieder Hurrikans.

Was schätzen Sie in Österreich?

Peter Baumann ist Gründungsmitglied von IOG Austria. Der Verein arbeitet international, deren Zweck in der Durchführung von Projekten in der technischen Entwicklungszusammenarbeit besteht. Hilfe gibt es für Menschen in der ganzen Welt: Beim Bau von Brücken und im Bereich der Wasser- , Energie- und Sanitärversorgung, um die alltäglichen Lebensumstände in Entwcklungsländern zu verbessern. - © IOG/P. Baumann
Peter Baumann ist Gründungsmitglied von IOG Austria. Der Verein arbeitet international, deren Zweck in der Durchführung von Projekten in der technischen Entwicklungszusammenarbeit besteht. Hilfe gibt es für Menschen in der ganzen Welt: Beim Bau von Brücken und im Bereich der Wasser- , Energie- und Sanitärversorgung, um die alltäglichen Lebensumstände in Entwcklungsländern zu verbessern. - © IOG/P. Baumann

Natürlich komme ich immer wieder gerne nach Hause, zu meiner Familie. Die Vorteile in Mitteleuropa: Gemäßigtes Klima, vier Jahreszeiten, eine hohe soziale Absicherung, Frieden, verhältnismäßig wenig Naturkatastrophen.

Sie sind oft abseits touristischer Pfade unterwegs. Haben Sie so das wirkliche Leben der Menschen besser kennenlernt?

Meine Erlebnisse würden ein Buch füllen: Afrikanische Kinder, die mich fragen, ob sie mich anfassen dürfen, weil sie wissen wollen, wie sich ein Weißer anfühlt. Massai, mit denen ich über den Klimawandel diskutiert habe, oder versucht habe zu erklären, wie sich Frost anfühlt. Tansanier, die ganz ängstlich fragen, ob wir keine Angst vor Krokodilen haben, wenn ich ihnen erzähle, dass wir in Europa in Seen schwimmen gehen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass es Seen ohne Krokodile gibt.