Nina Prodinger mit ihren Kindern Alice und Arno. - © N. Prodinger
Nina Prodinger mit ihren Kindern Alice und Arno. - © N. Prodinger

Die Welt, ein Spielplatz. Ein vertrauter Ort mit vielen Freunden, bei denen man sich gut aufgehoben fühlt. Mit und von ihnen lernt. Das klingt nach einer Illusion, ist es aber nicht. Davon ist Nina Prodinger überzeugt. Darüber und über ihre feministische Einstellung hat sie mit der "Wiener Zeitung" gesprochen. Dabei hat sie auch erklärt, warum ein Montag immer ein guter Tag sein sollte. Eine Lebensphilosophie.

Fernweh war immer schon Teil ihres Lebens. Geboren in einem Dorf im Lungau, hat sich Nina Prodinger gleich nach ihrer Matura auf den Weg gemacht, die Welt zu erkunden. Sie hat in Australien, Neuseeland, Großbritannien gelebt und Menschen kennen gelernt, die genau so denken wie sie. Aus einer kleinen Gruppe entstand der Verein "GloblalNatives", der sich auf Non-Profit-Ebene dafür einsetzt, Menschen rund um den Globus miteinander in Kontakt zu bringen. "GlobalNatives" sieht sich als ein "LinkedIn" für Familien.


Link-Tipps
GlobalNatives.org
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"Wiener Zeitung": Der 8. März wird als "Internationaler Frauentag" gefeiert. Wie stehen Sie dazu?

"Nina Prodinger": Ich persönlich war mein ganzes Leben lang Feministin, nicht im militanten und schon gar nicht im männerfeindlichen Sinne, aber sehr wohl kampfeslustig - besonders wenn es um Gewalt gegen Frauen und um Ungleichbehandlung im Beruf geht. Zahlreiche ältere Frauen können, das fällt wirklich auf, mit dem Thema nichts anfangen. Und viele sehr junge Mädels verstehen nicht, warum es ein Thema ist. "Es geht uns eh‘ gut", meinen sie. Dazwischen liegt allerdings viel fruchtbarer Boden!

Nina Prodinger, Jahrgang 1962, ist im Lungau aufgewachsen. Sie hat drei Kinder. Acht Jahre lebte sie im Ausland, in Neuseeland, Australien, in Großbritannien. Ihr Engagement gilt GlobalNatives. Den Verein gibt es seit 2009.
 - © N. Prodinger
Nina Prodinger, Jahrgang 1962, ist im Lungau aufgewachsen. Sie hat drei Kinder. Acht Jahre lebte sie im Ausland, in Neuseeland, Australien, in Großbritannien. Ihr Engagement gilt GlobalNatives. Den Verein gibt es seit 2009.
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Feminismus wird also von unterschiedlichen Generationen verschieden aufgenommen. Wie definieren Sie Ihren Feminismus?

Feminismus kann nur für etwas und nicht gegen etwas sein. In vielen Berufen ist diese Botschaft schon angekommen. Denn: Frauen sollten zusammenhalten. Nicht die Köpfe zusammenstecken, um gemeinsam gegen etwas zu sein. Sondern, der anderen den Rücken stärken im Sinne von: "Ich kenne sie zwar nicht, aber ich stelle mich hinter sie".

Wie könnte das konkret aussehen?

Unter der Präsidentschaft von Barack Obama haben sich die Frauen im Weißen Haus zusammengetan. Denn es war seit längerer Zeit auffällig, dass zwar Frauen in einem Meeting eine Wortmeldung machten, daraufhin aber nur genickt und zur Tagesordnung weitergegangen wurde. Aber: Keine drei Minuten später hat irgendein Mann das gleiche Thema wieder aufgenommen und alle haben brav zugehört.