• vom 26.04.2018, 20:59 Uhr

Freitritt

Update: 27.04.2018, 12:32 Uhr

Freitritt

Radparade Budapest: Noch nie so viele Radfahrer gesehen




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias G. Bernold

  • Freitritt

Schlusskundgebung im Városliget - © Veranstalter

Schlusskundgebung im Városliget © Veranstalter


© Mark Mervai © Mark Mervai

Vergangenes Wochenende fuhren wir bei der Radparade in Budapest mit. Die Dimension des Events ist atemberaubend.

Es ist Radparaden-Zeit. Nach der Radparade vor zwei Wochen in Wien war unsere Lust so sehr angewachsen, dass wir beschlossen, gleich noch bei der Radparade in Budapest mitzufahren. Dazu muss man wissen: Sternfahrten in der ungarischen Hauptstadt haben eine lange Tradition. Sie sind auch berühmt für die große Zahl an Teilnehmern. So fand die größte Critical Mass weltweit vor einigen Jahren in Budapest statt. Mehr als 100.000 Menschen nahmen daran teil.

Vergangenen Sonntag, den 22. April, stand die Radparade auf dem Programm. Wieder unter beachtlicher Beteiligung. War es einem als Teilnehmer unmöglich, die Zahl der Radfahrenden zu schätzen, sprachen verschiedene Quellen von mindestens 25.000 Personen. Die Route begann im Stadtteil Buda (westlich der Donau), führte das Donauufer entlang und über die die Kettenbrücke auf die Margarteninsel, die der Länge nach durchquert wurde, dann über die Erzsébet Brücke zum Donauufer von  Pest (östlich der Donau). Über die Andrássy Straße ging es dann Richtung Városliget – das "Stadtwäldchen", wo die Schlusskundgebung stattfand.

Neu, aber schmal: Beispiel für Rad-Infrastruktur in Budapest

Neu, aber schmal: Beispiel für Rad-Infrastruktur in Budapest© Andrzej Felczak Neu, aber schmal: Beispiel für Rad-Infrastruktur in Budapest© Andrzej Felczak

"Wir wünschen uns eine Stadt, in der alte und junge Menschen gleichermaßen sicher mit dem Rad fahren können", wurden die Organisatoren zitiert: "Je mehr Menschen umweltfreundliche Verkehrsmittel nutzen, desto besser ist die Luft, desto sicherer sind die Straßen und desto lebenswerter ist die Stadt."

Wir reisten als kleine Gruppe von acht Radfahrerinnen und Radfahrern mit dem Zug nach Budapest. Alle von uns hatten Falträder dabei, was die Anreise per Zug sehr einfach gestaltete. Außerdem war mein kleiner Sohn im Anhänger mit dabei. Letzteren im ÖBB-Railjet unterzubringen, erwies sich als relativ unproblematisch. Wir mussten lediglich bei der Hinfahrt Räder und Handgriff des Cruiser abnehmen – bei der Rückfahrt fuhr der Anhänger auf dem Kinderwagenabstellplatz im Kinderabteil mit.

Häufig eingesetzt: Sogenannte Sharrows

Häufig eingesetzt: Sogenannte Sharrows© Andrzej Felczak Häufig eingesetzt: Sogenannte Sharrows© Andrzej Felczak

Zurück zur Radparade: Der Tross war so lange, dass weder der Anfang, noch das Ende zu sehen war. Fuhr man mittendrin mit, war – gefühlt –die ganze Stadt voller Räder. Es entstand der Eindruck, jeder Ungar, der über ein Fahrrad verfügt, radelte an diesem Sonntag mit.


Unterschiede zu Wien: Abgesehen von der Dimension fand ich auffällig, dass die Zahl der Spezialfahrräder – also Lastenräder, Tandems, Tallbikes, Liegeräder – sehr niedrig war. Gefühlsmäßig war es auch deutlich gefährlicher als in Wien. Vielleicht war das der Grund, dass weit weniger Kinder mitfuhren als in Wien, wo sich die Radparade als richtiges Familien-Event etabliert hat.

Familientaugliche Radreiseausstattung: Zwei Vello-Falträder plus ein Chariot-Kinderanhänger

Familientaugliche Radreiseausstattung: Zwei Vello-Falträder plus ein Chariot-Kinderanhänger© Andrzej Felczak Familientaugliche Radreiseausstattung: Zwei Vello-Falträder plus ein Chariot-Kinderanhänger© Andrzej Felczak

Wie ist das Radfahren in Budapest generell?

Für geübte Stadtradler sehr ok. Vor allem sind die ungarischen Autofahrer – soweit man das nach einem Wochenende sagen kann – deutlich entspannter als jene in Wien. Die Radinfrastruktur ist schlechter ausgebaut als bei uns daheim. Auch die Straßenbeschaffenheit macht es erforderlich, dass man sehr sorgfältig in die Pedale tritt. Als sehr hilfreich erwies sich für uns die App Bike Citizens. https://www.bikecitizens.net/ die Anwendung funktioniert online, die Karte für Budapest hatte ich im Vorfeld heruntergeladen. Es war damit kein Problem, sich zu orientieren und Fahrrad-freundliche Wege zu finden und zu nutzen. Ein großer Vorteil, wenn man das Kind im Anhänger mitführt.

Insgesamt ein tolles Erlebnis. Unser Hunger für Rad-Städtereisen mit Parade ist weiterhin ungestillt. Nächstes Jahr vielleicht die Five-Borough-Tour in New York City? Mal sehen…




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-26 21:00:20
Letzte Änderung am 2018-04-27 12:32:56


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "oBike"-Leihräder werden massiv reduziert

Werbung







Werbung