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Update: 14.05.2018, 13:08 Uhr

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Empfehlung: Ausstellung BICYCLES! A LOVE STORY in der Nordbahnhalle




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Von Matthias G. Bernold

Einblick in die Ausstellung BICYCLES! A LOVE STORY - © BICYCLES! A LOVE STORY

Einblick in die Ausstellung BICYCLES! A LOVE STORY © BICYCLES! A LOVE STORY

Im Bild: der "Fahradi". Was aussieht wie ein italienischer Sportwagen, ist in Wirklichkeit ein Fahrrad

Im Bild: der "Fahradi". Was aussieht wie ein italienischer Sportwagen, ist in Wirklichkeit ein Fahrrad© BICYCLES! A LOVE STORY / Peter M. Mayr Im Bild: der "Fahradi". Was aussieht wie ein italienischer Sportwagen, ist in Wirklichkeit ein Fahrrad© BICYCLES! A LOVE STORY / Peter M. Mayr

Am Donnerstag habe ich es endlich in die neue Ausstellung BICYCLES! A LOVE STORY geschafft. Gleich zu Beginn ein Fazit: Die gezeigten Fahrräder, Fotographien und sonstigen Exponate sind absolut sehenswert. Die Nordbahnhalle gibt einen tollen Rahmen: Ein Ort zum Wohlfühlen mit urbanem Charme. Einziger Schwachpunkt aus Sicht der Ausstellungskuratoren: "Laufkundschaft" verirrt sich kaum ins Nordbahnviertel, das große Stadtentwicklungsgebiet westlich des ehemaligen Wiener Nordbahnhofs, zwischen der Nordbahnstraße und der Heinestraße.

Für Fahrrad-Enthusiasten, Technik-Liebhaber und historisch Interessierte führt an der Ausstellung meiner Meinung nach kein Weg vorbei. Zu faszinierend ist die Entwicklungsgeschichte des Fahrrades, das vor 200 Jahren mit der Draisine – einem hölzernen Laufrad begann.

Information

BICYCLES! A LOVE STORY

Eine Ausstellung über das Glück Fahrrad zu fahren

Die Ausstellung findet in der  Nordbahnhalle, Leystraße 157, 1020 Wien, vom 27. April 2018 bis zum 3. Juni 2018 statt. Öffnungszeiten sind  Montatg bis Sonntag, 10 bis 21 Uhr.

Mehr Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm

Über die Jahre und Jahrzehnte wurde an der Optimierung der Geometrie, der verwendeten Materialien und an der Mechanik gefeilt. Bis irgendwann ein Gerät existierte, das die menschliche Kraft effizienter als jede andere Maschine in Fortbewegung umsetzt. Beeindruckend die vielen Evolutionsschritte und die Rück- oder Seitwärtsschritte, die das Fahrrad nahm: Von Laufrädern und historischen Hochrädern reist man durch die Geschichte bis man in den 1960er-Jahren bei Cruisern und BMX-Rädern ankommt. Dazu die berühmten Maschinen von Rennfahrer-Legenden, Liege- und Falträder von mitunter abenteuerlicher Konstruktionsweise.

Fortbewegung mit Stil

Fortbewegung mit Stil© BICYCLES! A LOVE STORY Fortbewegung mit Stil© BICYCLES! A LOVE STORY

Beeindruckend auch die historischen Fotografien, die Radfahrerinnen und Radfahrer beim Radsport, bei Familien-Ausflügen oder beim Posieren mit dem Fahrrad zeigen: Sie bilden das Herz der Sammlung, arrangiert in Form einer 35 Meter langen und acht Meter hohen Multimedia-Installation. Wie stolz die Rad-Besitzer posieren und den Blick der Betrachter erwidern, lässt ahnen, wie viel Prestige mit dem Fahrrad verbunden war. Freunde historischer Mode und Haartracht werden an den gezeigten Bildern ebenfalls ihre Freude haben.


© BICYCLES! A LOVE STORY © BICYCLES! A LOVE STORY

Markus Böhm, der die Ausstellung zusammen mit seiner Lebensgefährtin Maris Liska kuratiert, hat jahrelange die vielen Grafiken und Fotografien zusammengetragen. Das meiste davon – wie er erzählt  – ersteigert bei Online-Auktionen.

Die Fahrräder und weiteren Objekte sind Leihgaben von Sammlern wie Michael Zappe. Die liebevoll zusammengetragenen Artefakte erzählen ganz besondere Geschichten vom Radfahren und den Schwierigkeiten, die damit verbunden waren: Etwa Reisepistolen, Hundepeitschen und Granaten, die Radfahrer im 19. Jahrhundert mit sich führten, um streunende Hunde abzuwehren. Ebenfalls zu sehen: Helmut Qualtingers Fahrradlenker, das Jugendrad von Elvis Presley aus dem Jahr 1948 (Leihgabe des Elvis-Museums) sowie das Steyr-Waffenrad von Thomas Bernhard.

Markus Böhm – Kurator der Ausstellung BICYCLES! A LOVE STORY vor einem Fahrrad mit Volleisenrahmen

Markus Böhm – Kurator der Ausstellung BICYCLES! A LOVE STORY vor einem Fahrrad mit Volleisenrahmen© Matthias Bernold Markus Böhm – Kurator der Ausstellung BICYCLES! A LOVE STORY vor einem Fahrrad mit Volleisenrahmen© Matthias Bernold

Markus Böhm ist in der Wiener Radszene kein Unbekannter. Er gründete den Wiener Concept-Store "Radlager" in der Westbahnstraße, wo es alte Rennräder zu kaufen und exzellenten Kaffee zu genießen gab. Das Radlager übersiedelte später in die Operngasse, sperrte allerdings 2017 bedauerlicher Weise zu, nachdem die Auffassungsunterschiede unter Böhm und seinen Partnern zu groß geworden waren.

Sponsorensuche

Zurück in die Nordbahnhalle. Trotz ambitioniertem Rahmenprogramm bleiben die Besucherzahlen laut Böhm bisher unter den Erwartungen zurück. Möglicherweise liege die Nordbahnhalle zu abgelegen und sei noch nicht bekannt genug, um Menschenmassen anzuziehen, vermutet Böhm. Man sei daher weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, um das Projekt in den schwarzen Zahlen zu halten.

Ausblick

Die Schau ist in Wien an diesem Standort noch bis zum 3. Juni 2018 zu sehen. Danach wollen Böhm und Liska die Ausstellung in andere Städte bringen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-12 10:05:22
Letzte Änderung am 2018-05-14 13:08:14


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