• vom 31.10.2018, 11:03 Uhr

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Update: 31.10.2018, 11:34 Uhr

Käsefahrrad

Ein Lastenrad voller Käse




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Von Matthias G. Bernold

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  • Käse-Lieferungen zu Kunden machen Clemens Castan und Veit Watzal, die Betreiber des Käse-Shops Jumi in der Lange Gasse, ausschließlich mit Hilfe ihres Fahrrad-Anhängers Carla Cargo.

Clemens Castan und Veit Watzal vor ihrem Käse-Shop in der Lange Gasse

Clemens Castan und Veit Watzal vor ihrem Käse-Shop in der Lange Gasse© M. Bernold Clemens Castan und Veit Watzal vor ihrem Käse-Shop in der Lange Gasse© M. Bernold

Im Zuge der Vorarbeiten für den neuen Fahrrad-Podcast "Reich durch Radeln" hatte ich kürzlich Gelegenheit, mit Clemens Castan und Veit Watzal vom Käse-Shop Jumi in der Lange Gasse in Wien-Josefstadt zu plaudern. Auf die beiden war ich anlässlich einer Recherche zur neuen Begegnungszone dort gestoßen. Dass sie für Lieferungen einen speziellen Fahrrad-Anhänger nutzen, hat mich natürlich sofort interessiert.

"Für uns ist das Fahrrad einfach die schnellste und effizienteste Form, den Käse zuzustellen", erklärt mir Clemens, der im deutsch-französischen Grenzgebiet aufwuchs und dort früh mit Käse in Berührung kam: "Schon in unserem ersten Shop in London haben wir den Klein-Lkw bald durch den Fahrrad-Anhänger ersetzt." Mit dem Auto hätten die Zustellungen viel zu lange gedauert, stressig sei es gewesen und außerdem teuer. Mit der Gründung des Geschäftes in Wien habe man dann den Anhänger auch sofort übernommen.

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Fahrrad-Anhänger für gewerbliche Nutzung: "Carla Cargo"
Und so sieht der Käse-Anhänger aus, mit dem die Ware an die Großkunden kommt.

Und so sieht der Käse-Anhänger aus, mit dem die Ware an die Großkunden kommt.© M. Bernold Und so sieht der Käse-Anhänger aus, mit dem die Ware an die Großkunden kommt.© M. Bernold

Vehikel der Wahl ist übrigens ein Modell mit Auflaufbremse von "Carla Cargo", einem kleinen Hersteller aus dem Breisgau in Baden-Württemberg. Ursprünglich eine Sonderanfertigung für die Gartencoop Freiburg, um die Produkte aus der solidarischen Landwirtschaft anzuliefern, entstand daraus eine Geschäftsidee. Erst seit kurzem können die Anhänger regulär gekauft werden. Die Anhänger mit einer auf Europaletten-Größe standardisierten Ladefläche und einer Ladekapazität von 150 Kilogramm kommen auf Wunsch auch mit Elektro-Antrieb.

Schweizer Käse-Variationen in der Holzvitrine: Bei Jumi in der Lange Gasse

Schweizer Käse-Variationen in der Holzvitrine: Bei Jumi in der Lange Gasse© M. Bernold Schweizer Käse-Variationen in der Holzvitrine: Bei Jumi in der Lange Gasse© M. Bernold

"Wir wissen eigentlich nicht, warum Gewerbetreibende nicht noch viel öfter auf Lastenrad oder Fahrrad-Anhänger setzen", sagt Clemens. Jeden Montag geht einer der beiden mit Carla Cargo auf Tour und fährt eine mehr als 20 Kilometer lange Strecke durch Wien, Transdanubien inklusive.

Über die Verkehrsberuhigung vor der Türe freuen sie sich. "Wir haben das als Geschäftsleute von Anfang an mitgetragen und sehen es als klaren Vorteil." Allzu oft sei es in der Vergangenheit vorgekommen, dass ein Kleinbus die Schaufenster verstellt hätte und dann spürbar weniger Kunden ins Geschäft gekommen seien. Mit der Verkehrsberuhigung seien die Geschäfte jetzt deutlich sichtbarer geworden. "Die Verkehrsberuhigung ist eine Einladung, die Stadt zu genießen und sich die kleinen Geschäfte anzuschauen", sagt Veit: "Von uns aus könnten es noch weniger Parkplätze sein, aber es ist jedenfalls ein Anfang."





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-31 11:03:29
Letzte Änderung am 2018-10-31 11:34:34


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