• vom 14.11.2016, 21:21 Uhr

Jüdisch leben

Update: 14.11.2016, 21:23 Uhr

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Neue junge Stimme: Jpulse




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Von Alexia Weiss


    Jpulse: Benjamin Hess, David Pinchasov, Nadja Herscovici, Benjamin"Bini" Guttmann, Samy Schrott, Emanuel "Nunu" Hess (vlnr). - © JÖH

    Jpulse: Benjamin Hess, David Pinchasov, Nadja Herscovici, Benjamin"Bini" Guttmann, Samy Schrott, Emanuel "Nunu" Hess (vlnr). © JÖH

    Jpulse nennt sich eine Gruppe junger Wiener jüdischer Studierender, die am Sonntag als Team bei der Wahl des Vorstandes der Jüdischen HochschülerInnenschaft – JÖH (genannt "Jö!") angetreten ist – und gewonnen hat. In den vergangenen Jahren hatten vor allem Studierende der Lauder Business School, die meist aus dem Ausland nach Wien ziehen, um zu studieren, die Arbeit der JÖH dominiert.

    Jpulse, das sind: Benjamin "Bini" Guttmann (20, studiert Jus und Politikwissenschaft), Benjamin Hess (22, Jus), David Pinchasov (22, Wirtschaft), Nadja Herscovici (21, Politikwissenschaft), Samy Schrott (20, Sport) und Emanuel "Nunu" Hess (21, Medizin). Sie alle wurden in Wien groß – und wollen neben social events, die auch bisher schon von der JÖH gepflegt wurden, wieder an frühere Zeiten der jüdischen Studierendenvertretung anschließen, als Politik eine starke Rolle spielte.

    "Wir glauben, dass wir in Zeiten wie diesen mit einer starken Stimme auftreten müssen", meint Bini Guttmann – und das sowohl innerhalb der jüdischen Gemeinde als auch in der österreichischen Gesellschaft. Montag vor einer Woche standen er und seine Freunde vor dem Grand Hotel in Wien, als die FPÖ dort ihre umstrittene Veranstaltung zum Thema Antisemitismus abhielt. In einem stillen Protest hielten sie Tafeln mit Aufschriften wie "Ich bin kein Feigenblatt"oder "Wir kaschern euch nicht" hoch.

    Und was wäre ein Anlass, sich innerhalb der jüdischen Gemeinde zu Wort zu melden? "Vor einem Jahr begann die Debatte um den richtigen Umgang mit den mehrheitlich muslimischen Flüchtlingen. Das wäre ein Thema, zu dem wir etwas beitragen würden." Jugendliche wie Guttmann, der in der Jugendorganisation Shomer Hatzair sozialisiert wurde, treten hier wesentlich klarer als andere Gemeindemitglieder für die Notwendigkeit von Hilfe und Unterstützung für die Geflüchteten ein.

    Anlaufstelle will Jpulse künftig für jüdische Studierende in den verschiedensten Belangen sein: egal ob es um antisemitische Vorfälle oder ein Problem mit einem Prüfungstermin geht, weil dieser an einem jüdischen Feiertag oder Schabbat angesetzt wurde, oder aber klassische Studienberatung nachgefragt wird. Die Räumlichkeiten der JÖH auf der Währinger Straße, die nahe vieler Einrichtungen vor allem der Universität Wien liegen, wollen Jpulse zu einem open space machen. "Es soll ein Ort sein, an dem man zwischen Lehrveranstaltungen hingeht, um Pause zu machen, einen Kaffee zu trinken, auf Freunde zu treffen." Aber auch die Ferien wollen die jüdischen Studierenden gerne gemeinsam verbringen – und sowohl im Winter als auch im Sommer Reisen planen.

    Wenn der nächste Bundespräsident Österreichs gewählt wird, sind Jpulse noch nicht offiziell im Amt – sie übernehmen den Vorsitz in der JÖH erst im Jänner 2017 (für zwei Jahre). Sollte am Ende des Tages der Freiheitliche Norbert Hofer das Rennen machen, werden sie sich wohl dennoch nicht davon abhalten lassen, ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Denn, das ist schließlich einer der Hauptpunkte ihres Programmes: sie wollen die JÖH wieder politischer machen. Dazu sollen auch Veranstaltungen zu kontrovers diskutierten Themen beitragen.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2016-11-14 21:21:56
    Letzte Änderung am 2016-11-14 21:23:18


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