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Update: 10.06.2016, 08:22 Uhr

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Tote jenseits des Mainstreams




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Von Christa Hager

  • Bruce Geduldig, Tony Conrad, Getatchew Mekuria, Peter Donke: Todesfälle, die es kaum in die Schlagzeilen der Zeitungen gebracht haben.

- © Christa Hager

© Christa Hager

Zuerst Mister Motörhead, dann Bowie, dann Prince. Die Musikwelt trauert aber auch um weniger bekannte, nicht minder einflussreiche und einzigartige Künstler.

Getatchew Mekuria

Der Äthiopische Saxophonist Getatchew Mekuria war einer der wichtigsten Musiker der äthiopischen Jazz-Szene. Seinem Stil wird eine Nähe zum Free Jazz nachgesagt. Internation bekannt wurde er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit der niederländische Band The Ex bekannt: Sie nahmen zwei mit ihm auf Alben (Moa Anbessa, veröffentlicht  2006 und Y’Anbessaw Tezeta 2006) und gingen mit ihm auf Tournee, darunter auch ein Zwischenstopp am Musikfestival Unlimited in Wels vor acht Jahren.

Mekurya lernte als Kind traditionelle Folk-Instrumente, als Jugendlicher dann Saxophon und Klarinette. Seine Laufbahn als Musiker begann er in Orchestern in Addis Abeba und in der Hausband des Haile Selassie I Theater.   2014 zog sich Mekuria nach einer Reihe von Konzerten aus dem Musikgeschäft zurück. Er starb am 4. April im Alter von 81 Jahren.



Tony Conrad

Er inspirierte Velvet Underground und sah in Andy Warhol einen Trittbettfahrer: Tony Conrad, Schlüsselfigur der amerikanischen Avantgarde, Filmemacher, Performance- und Videokünstler, Musiker und Komponist, und Mitbegründer des Strukturellen Films.

Nach seinem Mathematik-Studium in Harvard schuf Tony Conrad 1966 mit "The Flicker" ferner einen Film, der nur aus schnell montierten, schwarzen und weißen Filmbildern besteht. Außerdem war er als Violinist einer der Mitbegründer der Minimal Music sowie Mitglied des Theatre of Eternal Music. Seine Arbeiten wurden u.a. im Museum of Modern Art, auf der Documenta, der Venedig Biennale und in der Tate Modern gezeigt. In der Kunsthalle
2014 war er zu Gast in Wien, wo er in der Kunsthalle mittels eines Glaskubus die Replik einer Gefängniszelle installierte.  Er starb am 9. April im Alter von 76 Jahren.



Bruce Geduldig

Ebenfalls mit Film, Performance und Musik verbunden war Bruce Geduldig, seit 1979 Mitglied der Synth-Avantgarde-Band Tuxedomoon. Der Amerikaner sorgte darin für Hintergrundgesang, Perfomances und auf der Bühne für Live-Visuals. Außerdem sang er als Chuck B in der belgischen Elektro-Pop-Band The Weathermen. Bruce Geduldig starb am 7. März, an seinem Geburtstag.



Stahlstadtkind

"Ich sprenge alle Ketten", "Stahlstadtkinder" oder "Niemand hilft mir"  der Punk-Band Willi Warma: Das waren einige Lieder, welche die Gefühle der Linzer Jugendlichen der 1980er besangen und die bis heute nachwirken. 1983 löste sich die Band auf, ihr Bassist Peter Donke gründete Dynamo Urfahr. Als Gitarrist wiederum spielte er bis zuletzt im Duo mit Christine Zigon. Er starb am 19. April im Alter von 56 Jahren.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-04-22 16:06:41
Letzte Änderung am 2016-06-10 08:22:35


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