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Update: 25.07.2018, 16:20 Uhr

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"Alle Menschen sind musikalisch"




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Von Christa Hager

  • Die amerikanische Komponistin und Akkordeonistin zählt zu den Pionieren der elektronischen Musik. Sie starb im Alter von 84 Jahren.

Oliveros bei einem Konzert 2007. - © Screenshot Youtube: youtube.com/watch?v=8rdnXFXrUhE

Oliveros bei einem Konzert 2007. © Screenshot Youtube: youtube.com/watch?v=8rdnXFXrUhE

Pauline Oliveros, eine der wichtigsten Figuren der modernen Musik, ist tot. US-amerikanische Akkordeonistin und Komponistin gilt als Pionierin der elektronischen Musik und als Schlüsselfigur zeitgenössischer Komposition.

Geboren wurde Oliveros am 30. Mai 1932 in Houston, Texas, wo sie als Kind begann Akkordeon, Horn und Tuba zu lernen. 1952 zog sie nach San Francisco, gemeinsam mit dem US-Komponisten Morton Subotnick und anderen Musikern gründete sie dort in den frühen 1960er Jahren das San Francisco Tape Music Centre und begann mit Bandmaschinen, Synthesizern oder Röhren-Oszillatoren zu experimentieren. Steve Reich oder Terry Riley nahmen dort auf.

Bekannt wurde Oliveros vor allem durch ihr musikalisches Konzept des "Deep Listening", einer Erforschung des Unterschieds zwischen Hören und Zuhören. Ihre Ideen dazu haben nicht nur Musiker und Musikfans, sondern auch Wissenschaftler und Philosophen dazu veranlasst, über die Verbindung nachzudenken, die das Zuhören zwischen den Menschen und ihrer Umgebung schafft.

Gemeinsam mit Stuart Dempster und Peter Ward alias Panaiotis arbeitet sie in der The Deep Listening Band und erforschte dabei die Klänge von unterirdischen Orten, darunter etwa die Lavahöhlen auf Lanzarote oder ein Trinkwasserspeicher in Köln. 1988 erschien das Album "Deep Listening", das von Musiktheoretikern als ein Meilenstein der räumlichen Klangkunst beschrieben wird.

Neben Orchesterwerken und Werken in kammermusikalischer Besetzung komponierte sie Oliveros auch für Choreografien wie von Welland Lathrop oder Merce Cunningham, schrieb Musik für Hörspiele und verfasste viele Bücher. Ihre Interessen waren weit gefächert, sie reichten von afrikanischer Geschichte über die Erfindungen des Physikers Nikola Tesla bis hin zur Mythologie der Native Americans. Außerdem arbeitete sie auch mit Musikinteressierten ohne formaler Ausbildung zusammen. Denn, wie sie einmal in einem Interview betonte, seien alle Menschen  grundsätzlich musikalisch. Aber vieles ginge verloren, sei es aufgrund von mangelndem Engagement oder aber auch durch ein Zuviel an Üben.

Pauline Oliveros starb am 25. November 2016 in New York.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-11-28 22:05:58
Letzte Änderung am 2018-07-25 16:20:05


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