• vom 07.05.2016, 09:00 Uhr

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Europa gehört gefeiert!




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Von Katharina Moser


    Katharina Moser ist Unternehmerin und Autorin. Ihre Agentur Mosaik (www.mosaik-agency.eu) will mit Projekten wie dem Kartenspiel "Komm zu mir!" oder dem Event "Route 28" (www.route28.eu) Europa positiv erlebbar machen. Foto: Andreas Edler/bz

    Katharina Moser ist Unternehmerin und Autorin. Ihre Agentur Mosaik (www.mosaik-agency.eu) will mit Projekten wie dem Kartenspiel "Komm zu mir!" oder dem Event "Route 28" (www.route28.eu) Europa positiv erlebbar machen. Foto: Andreas Edler/bz Katharina Moser ist Unternehmerin und Autorin. Ihre Agentur Mosaik (www.mosaik-agency.eu) will mit Projekten wie dem Kartenspiel "Komm zu mir!" oder dem Event "Route 28" (www.route28.eu) Europa positiv erlebbar machen. Foto: Andreas Edler/bz

    Am 9. Mai feiern wir den Europatag. Wobei der Begriff "feiern" es nicht 100-prozentig trifft. Vielleicht finden sich, an die Tafel einer verlassenen Schulklasse gebunden, ein paar blaue Luftballons mit gelben Sternen. Die Tröte wurde zuhause gelassen. Dort endet die Euphorie.

    Denn Grund zum Feiern, mag man meinen, bietet Europa heutzutage wenig. Zwar ist es im Moment in aller Munde - aber eher in Zusammenhang mit Krisen, Grenzziehungen und Alleingängen. Auch das schreit nicht nach Partystimmung.


    Was mir fehlt, um zu einer Party zu erscheinen, auf deren Einladungskarte "Europa" steht, ist die Vorfreude, der Spaß, die Motivation. Was fehlt, sind positive Emotionen. Denn genau die sind es, die im Zusammenhang mit Europa vernachlässigt wurden. Und zwar nicht, weil es sie neben all den Herausforderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen, nicht gibt. Sondern weil sie angesichts des gewaltigen Berges an Problemen, die es politisch zu bewältigen gilt, geradezu banal wirken. Aber genau das sind sie nicht.

    Immer wieder heißt es, die junge Generation wisse die Europäische Union nicht zu schätzen, weil sie deren höchstes Gut - die Erhaltung des Friedens innerhalb seiner Mitgliedstaaten - als Selbstverständlichkeit sehe. Dabei sind es gerade die Jungen, die ein Europa dort verstehen, wo es wichtig ist - sie spüren es. Kein Projekt hat mehr zur europäischen Integration beigetragen als die tausenden Freundschaften und Liebschaften, die dank Erasmus in versifften WGs in allen Hauptstädten des Kontinents entstanden sind.

    Und nein, das ist nicht banal! Denn unsere Emotionen sind unsere größte Triebfeder. Je mehr wir in Europa übereinander wissen, einander kennen und verstehen, umso weniger heißt diese Triebfeder Angst. Je mehr Freunde wir in anderen Ländern haben, je mehr Eigenheiten wir voneinander kennen und Spaß im Umgang mit ihnen haben, umso mehr heißt sie Empathie. Auch für die Unterschiede, die sich zwischen und über unsere Grenzen hinweg erstrecken. Denn europäisch sein bedeutet nicht, dass wir alle gleich sein müssen. Es bedeutet die Bereitschaft und die Fähigkeit, mit den Unterschieden, die uns innewohnen, umzugehen.

    Den Umgang mit Unterschieden lernt man nicht im Kopf, sondern im Herzen. Und dazu braucht es persönliche Verbindungen. Genau diese galt es auch heuer bei der Pilotversion des Events "Route 28" am 29. April in Wien herzustellen. Bei dieser "Europareise mitten in Wien" konnte man an fünf Länderstationen Spuren anderer Länder in Wien erleben: den polnischen Pierogi-Laden, die historische Verwurzelung Österreichs zur rumänischen Mythenfigur Dracula oder die spanische Singersongwriterin, die uns zu Tränen rührt.

    Und die Stimmung, die zwischen den 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim Ausklang im Haus der EU herrschte, war tatsächlich voller Lachen und Begeisterung. Aufgrund dieses Erfolgs wollen wir "Route 28" nächstes Jahr als öffentliches Großevent aufziehen. Und auch Sie einladen, mit uns zu feiern. Rund um den Europatag natürlich. Da braucht es dann nicht einmal Luftballons. Da wird man auch so spüren, dass es Grund zum Feiern gibt.




    Schlagwörter

    Gastkommentar, Europatag, EU, 9. Mai

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    Dokument erstellt am 2016-05-02 16:05:08


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