• vom 02.11.2017, 06:30 Uhr

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Xi Jinpings chinesischer Traum - gut für die (globale) Umwelt?




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Von Irene Giner-Reichl

  • Im Kampf gegen den Klimawandel sitzt China laut seinem Staatspräsidenten nunmehr "auf dem Fahrersitz" der internationalen Bemühungen.

Chinas Präsident Xi Jinping beim 19. KP-Kongress. Foto: afp/Wang Zhao

Chinas Präsident Xi Jinping beim 19. KP-Kongress. Foto: afp/Wang Zhao



Der 19. Kongress der Kommunistischen Partei Chinas hat Präsident Xi Jinping weiter gestärkt - so wie es praktisch alle China-Beobachter in und außerhalb des Landes erwartet hatten. Mit der Aufnahme von Xis Denken in den Katalog der Ecksteine der kommunistischen Partei hat der aktuelle Staatspräsident nunmehr mit Mao Zedong und Deng Xiaoping gleichgezogen. (Die Namen von Jiang Zemin und Hu Jintao wurden nicht in dieser Weise hervorgehoben.)

Was aber ist nun das Neue am Denken von Xi Jinping? Die Reden der chinesischen Führung sind in der Regel lang und verwenden eine Sprache, die uns im Westen nicht leicht anspricht. So lautete zum Beispiel das Generalthema des 19. Parteikongresses: "Unserer ursprünglichen Aspiration treu bleiben und unsere Sendung fest im Geist behalten, die Flagge des Sozialismus mit chinesischen Merkmalen hochhalten, einen entscheidenden Sieg hinsichtlich des Aufbaus einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand in jeder Hinsicht erringen, für den großartigen Erfolg des Sozialismus mit chinesischen Merkmalen für ein neues Zeitalter kämpfen und unermüdlich arbeiten, um den chinesischen Traum der nationalen Verjüngung zu verwirklichen."


Sehr persönlicher Stempel
Was hinter einer derartigen Formulierung an innerparteilichen Auseinandersetzungen und Flügelkämpfen steht - die chinesische KP ist ja keineswegs monolithisch -, kann nur vermutet werden. Ein Element des Generalthemas trägt jedenfalls den sehr persönlichen Stempel Xi Jinpings: der chinesische Traum vom Wiedererstehen der großen und schönen chinesischen Nation.

Die Fortschritte bei der Wohlstandsschaffung konnten mit eindrücklichen Zahlen untermauert werden. In den vergangenen fünf Jahren, Xis Amtszeit, hat sich das chinesische Bruttonationalprodukt von umgerechnet 8 Billionen US-Dollar auf 12 Billionen (54 Billionen Renminbi auf 80 Billionen Renminbi) um das Eineinhalbfache erhöht. 60 Millionen Menschen konnten sich aus der Armut herausarbeiten. In China leben jetzt offiziell 4 Prozent der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze. Zum Vergleich: Laut Zensus von 2015 haben die USA eine Armutsrate von 13,5 Prozent; und in Österreich haben 14 Prozent der Bevölkerung ein Einkommen, das unter der Armutsschwelle liegt. Ein Wachstum von mehr als 6 Prozent wird auch weiterhin nötig sein, um das von der Partei im Jahr 2010 festgelegte Ziel - und den innerparteilichen Gradmesser für den Erfolg von Xis Politik - der Verdoppelung des realen chinesischen Bruttonationalprodukts bis 2020 zu erreichen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-11-01 13:38:08
Letzte Änderung am 2017-11-01 15:14:06


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