• vom 26.12.2017, 14:47 Uhr

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Zwei Schritte vorwärts, einer zurück




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Von Irene Giner-Reichl

  • Zwei Jahre Pariser Abkommen - eine ernüchternde Zwischenbilanz.

Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilia. Sie ist Präsidentin des Global Forum on Sustainable Energy (www.gfse.at) und im Vorstand des internationalen Politik-Netzwerkes REN21 zur Förderung erneuerbarer Energieträger (www.ren21.net). Foto: privat

Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilia. Sie ist Präsidentin des Global Forum on Sustainable Energy (www.gfse.at) und im Vorstand des internationalen Politik-Netzwerkes REN21 zur Förderung erneuerbarer Energieträger (www.ren21.net). Foto: privat Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilia. Sie ist Präsidentin des Global Forum on Sustainable Energy (www.gfse.at) und im Vorstand des internationalen Politik-Netzwerkes REN21 zur Förderung erneuerbarer Energieträger (www.ren21.net). Foto: privat

Vor zwei Jahren feierte die internationale Gemeinschaft das Zustandekommen des Pariser Abkommens zum Klimawandel als einen wichtigen Durchbruch. Der Anstieg der globalen Erwärmung sollte unter 2 Grad Celsius bleiben, und alle Länder sagten zu, die Treibhausgasemissionen so niedrig wie möglich zu halten. Dabei würden sie frei sein, in ihren "National Festgelegten Beiträgen" die jedem Land am besten entsprechenden Klimapfade zu beschreiten. Reiche Länder würden den armen Ländern zudem helfen, auf saubere Energien umzusteigen und Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen aufzubauen.

Zwei Vertragsparteien-Konferenzen später (November 2016 in Marrakesch und Mitte November 2017 in Bonn, unter dem Vorsitz von Fidschi) ist die Wissenschaft mit zunehmend besorgniserregenden Erkenntnissen über die Intensität des Klimawandels an die Öffentlichkeit gegangen. Der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, fasste die Warnungen der Klimaforscher unter dem Titel "Die zehn ‚Must-Knows‘ zum Klimawandel" zusammen: von steigendem Meeresspiegel und Versauerung der Meere über zunehmende Risiken bei Extremwetterereignissen bis hin zum Kollisionskurs mit klimatischen Kipp-Punkten der Erde. Die zerstörerische Wucht der Orkane und Überschwemmungen im heurigen Jahr hat deutlich gemacht, worauf sich die Menschheit einzurichten hat.

Die Geschichte des Ökostroms (hier ein Windpark vor der deutschen Insel Sylt) ist eigentlich eine Erfolgsstory. Doch insgesamt findet die globale Energiewendezu wenig und zu langsam statt. Foto: dpa/Christian Charisius

Die Geschichte des Ökostroms (hier ein Windpark vor der deutschen Insel Sylt) ist eigentlich eine Erfolgsstory. Doch insgesamt findet die globale Energiewendezu wenig und zu langsam statt. Foto: dpa/Christian Charisius Die Geschichte des Ökostroms (hier ein Windpark vor der deutschen Insel Sylt) ist eigentlich eine Erfolgsstory. Doch insgesamt findet die globale Energiewendezu wenig und zu langsam statt. Foto: dpa/Christian Charisius

Nachdem 2014 bis 2016 drei Jahre hintereinander die Treibhausgase konstant geblieben waren, wiewohl die Weltwirtschaft um 3 Prozent gewachsen war, und es so ausgesehen hatte, als wäre eine globale Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Anstieg der Treibhausgase gelungen, brachte das Jahr 2017 wieder einen Anstieg in den globalen Treibhausgasemissionen. Ernüchtert muss festgestellt werden, dass die globale Energiewende - bei allen guten Fortschritten im Stromsektor - insgesamt zu wenig und zu langsam stattfindet.


Die Erfolgsstory der erneuerbaren Energieträger
Dabei ist die Geschichte der erneuerbaren Energieträger eine absolute Erfolgsstory. Historische Projektionen über die denkbaren zukünftigen Anteile von Erneuerbaren im Stromsektor oder im Gesamtenergieverbrauch wurden regelmäßig von der Realität übertroffen. Der "Global Status Report" des internationalen Politik-Netzwerks REN21 verzeichnet Jahr für Jahr neue Rekorde:

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Dokument erstellt am 2017-12-26 14:50:08


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