• vom 26.12.2017, 14:47 Uhr

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Zwei Schritte vorwärts, einer zurück




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2016 etwa einen Zuwachs der globalen installierten Kapazität für Stromerzeugung aus Erneuerbaren um 9 Prozent;
praktisch doppelt so hohe Investitionen in erneuerbare Stromkapazität als in fossile Kraftwerke in den vergangenen fünf Jahren;
stark gesunkene Preise, die fast überall und immer Strom aus erneuerbaren Energiequellen gegenüber verschmutzenden Varianten konkurrenzfähig machen.

Blickt man auf ein nationales Ranking, führt China in fast allen Kategorien des Zuwachses der installierten Kapazität von Erneuerbaren (Investitionen insgesamt, Wasserkraft, Photovoltaik, Wind, Solarthermie). China tritt auch zunehmend in das Vakuum ein, das durch den Rückzug der USA auf nationaler Ebene der Klimapolitik (zum Glück abgeschwächt durch das starke und öffentliche Bekenntnis von US-Städten, Provinzen und Wirtschaftskräften zum Pariser Abkommen) derzeit entsteht. Im heurigen August weitete China seine Kooperationen mit Afrika, die bei Öl, Gas und Wasserkraft schon seit Jahrzehnten bestehen, signifikant auf den Bereich der Erneuerbaren aus.

Bolivien, Senegal, Jordanien, Honduras, Island an der Spitze
Berücksichtigt man die Größe der Volkswirtschaften, sind Länder wie Bolivien, Senegal, Jordanien, Honduras oder Island an der Spitze der REN21-Champions für erneuerbare Energien, was zeigt, welchen Unterschied entschlossene politische Weichenstellungen machen. Der Weg in Richtung fossil-freie Welt ist nicht nur ökologisch unverzichtbar, er ist - wie Länder, Städte, Unternehmen und einzelne Haushalte in allen Regionen der Welt täglich demonstrieren - auch ökonomisch attraktiv.

Um die Klimaziele des Pariser Übereinkommens zu erreichen, müssen so viele der beträchtlichen fossilen Energievorkommen wie nur irgend möglich unangetastet im Boden belassen werden. Da im Stromsektor Erneuerbare schon recht gut verankert sind, muss das Augenmerk jetzt auf Heizen, Kühlen und Transport gelegt werden. Zudem sind Frauen sind im Energiesektor notorisch unterrepräsentiert. Es gilt, ihre Mitwirkung auf allen Ebenen zu verbessern. Kluge Stadtpolitik (Smart City) hat besonderes Potenzial, Energiefragen integriert und systemisch zu bewältigen.

Die UNO wird in den nächsten Monaten unter anderem die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele zu Wasser und Abwasserentsorgung, nachhaltiger Energie für alle, Stadtentwicklung und nachhaltigen Konsum- und Produktionsweisen überprüfen. Jede Initiative, die wichtige Akteure motiviert - der bevorstehende "One Planet"-
Klimagipfel in Paris etwa zielt besonders auf den Finanzsektor ab - ist begrüßenswert als weiterer Schritt in die richtige Richtung.

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Dokument erstellt am 2017-12-26 14:50:08


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