• vom 11.01.2018, 16:24 Uhr

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Update: 17.01.2018, 16:53 Uhr

Gastkommentar

Meine Daten: Was weiß ich - und was wissen die anderen?




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Von Barbara Wiesner

  • Gastkommentar: Der Wert der digitalen Spuren - und welche großen Unbekannten sie sammeln.

Wohin führt die Datenspur? Wer verfolgt sie? Und welche Gewinne macht er damit?

Wohin führt die Datenspur? Wer verfolgt sie? Und welche Gewinne macht er damit?© Illustration: Fotolia/stock.adobe.com/josephsjacobs/Edler von Rabenstein Wohin führt die Datenspur? Wer verfolgt sie? Und welche Gewinne macht er damit?© Illustration: Fotolia/stock.adobe.com/josephsjacobs/Edler von Rabenstein

Die bei der aktuellen Elektronikmesse CES in Las Vegas vorgestellten Neuerungen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass eine Flut von Daten gesammelt wird. Spitzenreiter dürften die Smart Citys sein, die zu den großen Trends auf der CES zählen.

Unsere Daten, das sind die vielen digitalen Datenspuren, die jeder zurücklässt, die einigen weniger, die anderen mehr. Ganz vermeiden lassen sie sich nicht. Und diese Daten sagen sehr viel über diejenige Person aus, zu der sie gehören. Jeder Einzelne kennt seine Daten: seinen Namen, sein Alter, sein Geschlecht, seine Adresse, sein Einkommen usw. Er kann sich akribisch merken, welche Angaben er wo gemacht hat.


Das bedeutet aber nicht, dass nur diese Daten über ihn gespeichert werden. Es können auch Informationen von Freunden und Bekannten sein oder solche, die aus ganz anderen Quellen stammen. Außerdem werden durch die Analyse der Daten völlig neue Erkenntnisse gewonnen, von denen der Betroffene keinerlei Ahnung hat. Ganz abgesehen, dass hier unter Umständen auch Quellen hinzugezogen werden, deren Verlässlichkeit nicht garantiert ist. All das kann ich nicht wissen.



Inzwischen hat man erkannt, dass in unserer digitalen Welt diese Daten sehr wertvoll sind. Insofern versucht man Menschen zu bewegen, möglichst viele Datenspuren zu hinterlassen. Ganz berühmt ist zum Beispiel das Zitat von Scott McNealy, einem der Gründer von Sun Microsystems von 1999: "Sie haben keine Privatsphäre mehr. Finden Sie sich damit ab." Ähnliche Aussagen gib es auch von Oracle-Chef Larry Ellison (2001) und Facebook-Gründer Marc Zuckerberg (2010).

Wenn man sowieso keine Privatsphäre hat, dann braucht man seine Daten auch nicht geheim zu halten. Und genau darum geht es. Für diese Konzerne ist es existenziell, diese Daten zu bekommen. Darauf beruht ihr Geschäftsmodell. Mit diesen Daten verdienen sie Milliarden. Und um dieses Ziel zu erreichen, ist ihnen jedes Mittel recht.

Daten werden gesammelt, weitergegeben, verkauft, analysiert, mit anderen Datensammlungen verknüpft. Diese Vorgehensweisen sind völlig intransparent. Der Einzelne hat keinerlei Informationen darüber, was über ihn gespeichert wird. Bei diesem ungleichen Kräfteverhältnis liegt die ganze Macht weitgehend bei denen, die im Besitz dieser Daten sind. Hier hat sich ein riesiges, unglaublich lukratives Geschäftsfeld herausgebildet. Meglena Kuneva, ehemalige EU-Kommissarin für Verbraucherschutz, bezeichnet persönliche Daten als "das neue Öl des Internets und die neue Währung der digitalen Welt". Wer im Besitz der Daten ist, den erwarten horrende Gewinne.

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Dokument erstellt am 2018-01-11 16:29:10
Letzte nderung am 2018-01-17 16:53:05



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