• vom 13.03.2018, 14:57 Uhr

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Update: 13.03.2018, 15:35 Uhr

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Bemerkenswerte Wahlen




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Von Irene Giner-Reichl

  • Auch wenn der erste Präsidentschaftswahlgang in Sierra Leone keine große Überraschung gebracht hat, sind doch mehrere Aspekte dabei interessant.

Unter den 16 Kandidaten im ersten Wahlgang setzten sich die beiden Favoriten durch. Foto: afp/Issouf Sanogo

Unter den 16 Kandidaten im ersten Wahlgang setzten sich die beiden Favoriten durch. Foto: afp/Issouf Sanogo Unter den 16 Kandidaten im ersten Wahlgang setzten sich die beiden Favoriten durch. Foto: afp/Issouf Sanogo

Mehr als ein Dutzend Nationen halten 2018 auf dem afrikanischen Kontinent größere oder kleinere Wahlen ab; am 7. März hat Sierra Leone den Reigen mit Präsidentschafts-, Parlaments- und Lokalwahlen eröffnet; Ägypten wird Ende März folgen; andere Wahlen, die geeignet sind, weit über die Landesgrenzen zu wirken, werden sich im Laufe des Jahres im Süd-Sudan, in Mali, in Simbabwe, in Kamerun, in der Demokratischen Republik Kongo und in Libyen ereignen.

Wahlen - und entsprechende geordnete Wechsel in den jeweiligen Führungsetagen - sind historisch ein relativ junges Phänomen in Afrika. Nach der Dekolonialisierung wuchs der Anteil der afrikanischen Staaten mit demokratischen Systemen nur langsam an und erreichte bis zum Jahr 2010 in etwa 40 Prozent.


Die mühsame Ablöse des mehr als 90-jährigen Präsidenten Robert Mugabe in Simbabwe, die ebenfalls nicht freiwillige Aufgabe der Macht durch Präsident Jacob Zuma in Südafrika und die Präsidentschaftswahlen mit nachfolgender Anfechtung und höchstgerichtlich verfügter Wahlwiederholung in Kenia haben die Welt in den vergangenen Monaten daran erinnert, dass geordnete Wechsel an der Staatsspitze - auch wenn es Wahlen gibt - keine Selbstverständlichkeit sind. Immerhin gibt es immer noch elf Präsidenten, die seit (zum Teil viel mehr als) 16 Jahren an der Macht sind. Die fünf Spitzenreiter: Teodoro Obiang (Äquatorial-Guinea, 38 Jahre), Paul Biya (Kamerun, 35 Jahre), Yoweri Museveni (Uganda, 31 Jahre), Omar al-Bashir (Sudan, 28 Jahre) und Idriss Deby (Tschad, 27 Jahre). Der derzeitige Präsident der Afrikanischen Union, Paul Kagame, regiert sein Land Ruanda bereits seit 17 Jahren.

16 Präsidentschaftskandidaten im ersten Wahldurchgang

Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilien und Surinam. Foto: privat

Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilien und Surinam. Foto: privat Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilien und Surinam. Foto: privat

Die Wahlen in Sierra Leone sind in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Es sind die fünften Wahlen in ungebrochener Folge seit der Wiedereinführung der Mehr-Parteien-Demokratie 1996 und die dritten seit dem Ende des Bürgerkriegs 2002. Sierra Leone ist bevölkerungsmäßig mit rund 7,5 Millionen Einwohnern mit Österreich vergleichbar; mit 72.000 Quadratkilometern ist es etwas kleiner als Österreich.

Das Land hatte vor kurzem einen schweren Ausbruch von Ebola und zuletzt einen Bergrutsch zu verkraften, der Hunderte unter Schlammmassen begrub, und das in der Hauptstadt Freetown. Es gehört nach wie vor zu den ärmsten der Welt mit einem Pro-Kopf-BIP von 545 Dollar, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 51 Jahre, in der UN-Rangliste der menschlichen Entwicklung liegt es ganz unten auf Rang 179. Bei der ersten TV-Debatte, die je in einem Präsidentschaftswahlkampf in Sierra Leone stattfand, standen dementsprechend Themen wie Arbeitslosigkeit, Zugang zu Elektrizität und sauberem Wasser sowie Korruption im Vordergrund.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-13 15:03:48
Letzte Änderung am 2018-03-13 15:35:46


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