• vom 02.04.2018, 13:00 Uhr

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Kein Ende der Wasserarmut




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Von Irene Giner-Reichl

  • Das jüngste Weltwasserforum hat die tiefen Gräben quer durch die internationale Gemeinschaft aufgezeigt.

Immer noch leiden 40 Prozent der Weltbevölkerung an Wasserknappheit. Foto: afp/Mohamed Abdiwahab

Immer noch leiden 40 Prozent der Weltbevölkerung an Wasserknappheit. Foto: afp/Mohamed Abdiwahab

Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilien und Surinam. Foto: privat

Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilien und Surinam. Foto: privat Irene Giner-Reichl war bis Juli 2017 Österreichs Botschafterin in Peking und ist seither Botschafterin in Brasilien und Surinam. Foto: privat

Wasser ist lebensnotwendig - für Pflanzen, Tiere, Menschen, Ökosysteme - und ungleich verteilt: Gut 40 Prozent der Weltbevölkerung leiden unter Wasserknappheit. Der Wasserkreislauf überschreitet Landesgrenzen und Kontinente. Die UNO zählt hunderte grenzüberschreitende Grundwasserkörper und 263 internationale Gewässer, von denen zwei Drittel nicht von den Anrainerstaaten gemeinsam gemanagt werden.

Die Einzugsgebiete machen fast die Hälfte der Landmasse der Erde aus. Von der Verlässlichkeit jährlich wiederkehrender Niederschläge hängt die globale Lebensmittelversorgung direkt ab. Bereits jetzt dem Klimawandel zurechenbare Veränderungen von Niederschlagsmustern bringen Dürre und Überschwemmungen in katastrophalem Ausmaß mit sich. Mehr als zwei Milliarden Menschen trinken verschmutztes Wasser, mit großen gesundheitlichen Risiken. Viereinhalb Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einem funktionierenden Abwassersystem. 80 Prozent des weltweiten Abwassers werden ungereinigt in die Natur zurückgeleitet. Besser als frühere Generationen kennen wir die Wasserfakten. Können wir deswegen auch besser miteinander kooperieren?


"Wasser Teilen" war jüngst das Generalthema des 8. Weltwasserforums in Brasilia. Weltwasserforen werden seit 1997 alle drei Jahre vom Weltwasserrat, einer Vereinigung von Firmen, Finanzinstitutionen und Wissenschaftern, und vom jeweiligen Gastgeberland ausgerichtet, um alle Interessengruppen zur Suche nach Lösungen zusammenzubringen.

Zwei aufrüttelnde Berichte
Zwei Berichte sollten dabei aufrütteln: "A Question of Survival" ("Eine Frage des Überlebens"), verfasst von fünfzehn Persönlichkeiten unter dem Vorsitz des früheren slowenischen Präsidenten Danilo Türk; und "Making Every Drop Count: An Agenda for Water Action" ("Jeder Tropfen soll zählen: Eine Agenda für Maßnahmen zum Wasser"), ein Bericht von zwölf im Amt befindlichen Staats- und Regierungschefs.

"Eine Frage des Überlebens" konstatiert ein bedrohliches Zusammenwirken von wachsender Süßwasserknappheit und negativen Auswirkungen bestehender Wassernutzungsmuster in vielen Regionen. Dass der Klimawandel sich vor allem über Veränderungen im Wasserkreislauf manifestiert, wird hervorgehoben. All dies trage zu einer Verschlechterung der Sicherheitssituation in vielen Teilen der Welt bei. Wasserkooperation müsse daher zu einem wesentlichen Instrument der Stärkung von Frieden und Stabilität entwickelt werden, ausgehend von bestehendem internationalen Wasserrecht. Es gelte Wasserdaten global zu erfassen, innovative Möglichkeiten der Finanzierung zu erschließen (vorgeschlagen wird ein internationaler "Blauer Fonds") und die Wasserdiplomatie insgesamt auf ein neues Niveau zu heben.

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Dokument erstellt am 2018-03-31 18:06:02


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