• vom 28.05.2018, 13:45 Uhr

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Update: 29.05.2018, 13:31 Uhr

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Von Sebastian Bohrn Mena

  • Das System Massentierhaltung ist am Ende. Gesundheitsgefahren, Klimaschäden, Bauernsterben, Tierleid - angesichts der vielen negativen Auswirkungen wäre ein Wandel in der Landwirtschaft dringend notwendig und auch möglich.

- © afp/dpa/Carsten Rehder

© afp/dpa/Carsten Rehder

Sebastian Bohrn Mena ist Ökonom und Sozialforscher in Wien. Nach Jahren in der Volksbildung wirkt er gegenwärtig als Tierschutzsprecher im Parlamentsklub der Liste Pilz.

Sebastian Bohrn Mena ist Ökonom und Sozialforscher in Wien. Nach Jahren in der Volksbildung wirkt er gegenwärtig als Tierschutzsprecher im Parlamentsklub der Liste Pilz.© Sascha Osaka Sebastian Bohrn Mena ist Ökonom und Sozialforscher in Wien. Nach Jahren in der Volksbildung wirkt er gegenwärtig als Tierschutzsprecher im Parlamentsklub der Liste Pilz.© Sascha Osaka

In der heimischen Landwirtschaft kommt es in den nächsten Jahren zu massiven Umwälzungen. So gehen Berechnungen des Wifo davon aus, dass im Jahr 2025 nur noch rund 133.000 landwirtschaftliche Betriebe die Versorgung in Österreich gewährleisten werden müssen, also um rund 25 Prozent weniger als noch im Jahr 2016. Dabei haben bereits seit 1995 fast 90.000 landwirtschaftliche Familienbetriebe für immer geschlossen. Die Urbanisierung schreitet voran, und die Versorgung der Städte mit gesunden Lebensmitteln wird zur größer werdenden Herausforderung. Der ländliche Raum hingegen - damit auch die Landwirtschaft - leidet vermehrt unter dem Abfluss. Schon jetzt beschäftigt die Frage der Hofnachfolge viele Landwirte, die Stimmung ist schlecht.

Die Landwirtschaftskammern gehen von einer Verstärkung der bestehenden Konzentrationsbewegungen aus. Künftig wird es ihrer Einschätzung nach weniger, aber größere Betriebe geben. So soll es 2025 etwa im Schnitt 40.000 Masthühner pro Betrieb in der Geflügelmast geben und sich der Schweinebestand auf fünf Millionen fast verdoppeln.


Massentierhaltung als Zukunftsmodell? Wohl das Gegenteil. Denn auch wenn sie für einige wenige die profitabelste Form der Viehnutzung darstellen mag, ist sie vom gesundheitlichen, ökologischen und tierschutzrechtlichen Standpunkt abzulehnen. Und sie ist auch für die Entwicklung des ländlichen Raums nachteilig. Massentierhaltung macht krank. Das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen betrifft die Fleischindustrie im besonderen Maße, im Bereich der Übertragung von resistenten Bakterien auf Nahrungsmittel. Die Intensivtierhaltung, mit ihren Vollspaltböden und den Bewegungs- und Lichtmangel in Ställen, verursacht die Ausbreitung von Erkrankungen bei Tieren und die Entstehung von Resistenzen.

Massentierhaltung belastet Klima, Böden und Grundwasser
Die Massentierhaltung belastet Klima und Umwelt. Die Haltung von Nutztieren gilt als ein Hauptklimakiller. So entsteht in der Landwirtschaft die überwiegende Menge an Methan- und Lachgas-Emissionen, Letzteres ist 300 Mal so schädlich wie CO2. Und je größer die Betriebe, je höher also die an einem Ort konzentrierte Anzahl an Tieren, umso stärker sind auch die Belastungen für Böden und Grundwasser.

Die Massentierhaltung widerspricht nicht zuletzt auch dem Tierschutzgedanken. In der Massentierhaltung werden Tiere unter Einsatz von technischen Verfahren ausschließlich nach Gesichtspunkten der Profitabilität und Effizienz ausgebeutet. Ihre Bedürfnisse als Lebewesen werden nahezu gänzlich ignoriert, ihr kurzer Lebenszyklus vollständig der wirtschaftlichen Verwertbarkeit unterworfen.

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Dokument erstellt am 2018-05-28 13:52:06
Letzte Änderung am 2018-05-29 13:31:05


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