• vom 31.05.2018, 17:10 Uhr

Gastkommentare


Gastkommentar

Die Verantwortung unserer Generation




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Veronika Gmachl


    - © fotolia/syda productions

    © fotolia/syda productions

    Veronika Gmachl ist Diplompädagogin und Geschäftsführerin von NE Österreich (Brockhaus).

    Veronika Gmachl ist Diplompädagogin und Geschäftsführerin von NE Österreich (Brockhaus).© Langwallner Veronika Gmachl ist Diplompädagogin und Geschäftsführerin von NE Österreich (Brockhaus).© Langwallner

    Das sehr gelungene Interview mit AMS-Chef Johannes Kopf ("Wiener Zeitung", 26. Mai) verlangt nach einer tieferen Auseinandersetzung. Einerseits ist es so, dass die im Interview von der Ausbildung an der Schule geforderten Fähigkeiten "Lernfähigkeit, Lernbereitschaft, kreative Neugierde, aber auch Such- und Prüfkompetenz sowie ganz allgemeine digitale Kompetenzen" schon ganz inhärent im System ausgebildet werden müssen. Dazu ist jeder Lehrer und jede Lehrerin heute schon verpflichtet - durch die Bildungsstandards, die Lehrpläne, einschließlich der "digitalen Grundbildung", die ab dem Schuljahr 2018/19 auch formal in der Sekundarstufe 1 umzusetzen ist.

    Andererseits ist es auch so, dass gerade in Zeiten von schnellem Wandel und mehr Freiheit die Planbarkeit einige grundlegende Dinge fordert: Das ist zum einen mehr Eigenverantwortung, zum anderen die Bereitschaft, die Umstände zu akzeptieren oder im besten Fall mitzugestalten. Die dabei entstehenden Regeln müssen öfter hinterfragt werden, sind scheinbar fluider als bisher und sollen dabei den Menschen dienen - niemals umgekehrt. Das wissen Eltern durch die Beziehung mit ihren Kindern besonders gut, es gilt aber für alle in der Gesellschaft.


    Fördern zum Verwirklichen
    von Ideen

    Wir steuern auf eine Zeit zu, nein: wir sind bereits in einer Zeit angekommen, die mehr und mehr Menschen die Chance gibt, aus ihren individuellen Fähigkeiten die bestmögliche Wertschöpfung zu generieren. Wertschöpfung meint hier nicht rein Materielles. Das gelingt bereits dort, wo sich die Menschen sehr grundlegende, scheinbar einfache Ziele setzen, die in die Eigenständigkeit und Selbstverantwortung führen. Dabei entstehen auch neue Berufe, neue Berufungen. Kaum jemand begibt sich heute in eine Anstellung und arbeitet auf die Pension zu. Und weniger als früher legen die gesellschaftliche Schicht, die Umstände, die Familie, in die man hineingeboren wird, zwingend den Lebensweg fest.

    Es muss heute nicht mehr so sein, dass man als kleines Kind von einem bestimmten Job à la "Pilot" oder "Astronaut" träumt, mürber und mürber auf irgendeinen Job in der "echten" Welt hinarbeitet, weil das eigentliche Ziel unerreichbar ist, und dann ein Leben verbringt, das durch die Unmöglichkeit, den Traumjob auszuleben, von hilfloser Bitterkeit, unsicherem Machthunger oder anderen problematische Reaktionen geprägt ist. Es muss heute sogar nicht mehr so sein, dass man dann zwar tatsächlich Pilot wird, aber dann bei der Ausübung des Berufs entdeckt, dass er völlig ungeeigneter für die persönlichen Fähigkeiten ist.

    weiterlesen auf Seite 2 von 2




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-05-31 17:16:10


    Werbung



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Unsere Nachbarn
    2. Abgang auf Raten
    3. Salzburger Brexit-Harmonie
    4. Anklage gegen Orbanistan
    5. Über die Diener des Staats
    Meistkommentiert
    1. Kümmern statt kämpfen
    2. Das Erbe der großen Krise
    3. Gute Zeit für echte Politiker
    4. Anklage gegen Orbanistan
    5. Abgang auf Raten


    Werbung