• vom 13.06.2018, 13:46 Uhr

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Update: 13.06.2018, 16:58 Uhr

Gastkommentar

Katars Charme-Offensive im Golf-Streit




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Von Somayya Anwar Jabarti

  • Die Handlungen des Wüstenstaats, dem die Unterstützung von Terror vorgeworfen wird, sind zutiefst konträr.

Katar gibt sich gern modern, doch dem Emir (hier auf einer Fassade) wird vorgeworfen, Terroristen zu unterstützen. - © ap/Kamran Jebreili

Katar gibt sich gern modern, doch dem Emir (hier auf einer Fassade) wird vorgeworfen, Terroristen zu unterstützen. © ap/Kamran Jebreili

Somayya Anwar Jabarti ist Chefredakteurin der "Saudi Gazette". Sie ist die erste weibliche Chefredakteurin einer saudischen Zeitung und wurde in ihrer langjährigen Karriere wiederholt ausgezeichnet. Als Verfechterin von Frauenrechten schaffte sie es im Jahr 2015 auf die BBC-Liste der "100 Inspirational Women" und wurde vom Wirtschaftsmagazin "Arabian Business" mehrmals unter den "World’s 100 Most Powerful Arab Women" gereiht.

Somayya Anwar Jabarti ist Chefredakteurin der "Saudi Gazette". Sie ist die erste weibliche Chefredakteurin einer saudischen Zeitung und wurde in ihrer langjährigen Karriere wiederholt ausgezeichnet. Als Verfechterin von Frauenrechten schaffte sie es im Jahr 2015 auf die BBC-Liste der "100 Inspirational Women" und wurde vom Wirtschaftsmagazin "Arabian Business" mehrmals unter den "World’s 100 Most Powerful Arab Women" gereiht.© privat Somayya Anwar Jabarti ist Chefredakteurin der "Saudi Gazette". Sie ist die erste weibliche Chefredakteurin einer saudischen Zeitung und wurde in ihrer langjährigen Karriere wiederholt ausgezeichnet. Als Verfechterin von Frauenrechten schaffte sie es im Jahr 2015 auf die BBC-Liste der "100 Inspirational Women" und wurde vom Wirtschaftsmagazin "Arabian Business" mehrmals unter den "World’s 100 Most Powerful Arab Women" gereiht.© privat

Im sogenannten Golfstreit sind die Fronten klar: Auf der einen Seite bekennen sich Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Bahrain zum globalen Kampf gegen den Terrorismus. Als Anti-Terror-Quartett haben sie das Ziel, terroristische Aktivitäten in ihrer Region zu bekämpfen und zu verhindern.

Während die einen handeln, sieht sich der Wüstenstaat Katar weiterhin in der Opferrolle, anstatt sich der eigenen Verantwortung in der Terrorismusförderung zu stellen. Im Jahr 2014 verpflichtete sich Katar zwar mit der Unterzeichnung des Riad-Abkommens, von seinem bisherigen Verhalten Abstand zu nehmen, doch die Realität sah anders aus.


Obwohl Muslime oft die ersten Opfer des Terrorismus von IS und Al-Kaida sind und durch die Terroranschläge in Paris, Brüssel, Manchester, Istanbul, London und anderswo weiterhin Menschen getötet werden, änderte sich Katars Haltung zur Terrorfinanzierung nicht. Das Anti-Terror-Quartett sieht in seinen Forderungen an Katar daher keine Verletzung der Souveränität des Emirats, sondern vielmehr die Aufforderung, grundlegende Regeln einzuhalten - ein weiterer Aufruf, um die Führung Katars für eine gefährliche Politik zur Rechenschaft zu ziehen, die weiterhin gegen den Golf-Kooperationsrat, die Arabische Liga, die Organisation der Islamischen Zusammenarbeit und die Abkommen der Vereinten Nationen verstößt.

Zuflucht für Unterstützer
von Terrorgruppen

Die Beweise für Katars Politik der Terrorismusunterstützung sind für das Anti-Terror-Quartett offensichtlich: Im vergangenen Juni wurde Katar eine Liste von 59 Einzelpersonen und 12 Organisationen vorgelegt, die mit Terrorismus in Verbindung stehen. Die meisten der Personen, wie etwa Al-Kaida-Geldgeber Khalifa Al-Subaie oder der terroristische Geldgeber und Vermittler Abd Al-Rahman Al-Nuaimi werden seit mehr als zehn Jahren international gesucht - unter anderem vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und vom US-Finanzministerium. Andere, wie Yusuf al-Qaradawi, der im staatlichen Fernsehsender Al-Jazeera unter anderem diskutiert, ob weibliche Selbstmordattentäterinnen Hijabs tragen sollten, stehen unter Beobachtung der Geheimdienste der Staaten des Anti-Terror-Quartetts und derer Verbündeten.

Allerdings zeigte Katar bisher keinerlei Reaktion und ging gegen keinen der aufgelisteten Terrorverdächtigen vor. Ganz im Gegenteil: Die Staaten des Anti-Terror-Quartetts werfen Katar eine vielfältige Unterstützung des Terrorismus vor: Katar stelle sicher, dass sich Terrororganisationen in Doha geschützt fühlten und deren Führung in Ruhe strategische Entscheidungen treffen und ausführen könne. Außerdem stelle Katar seine Medien als Sprachrohr für terroristische Propaganda zur Verfügung und finanziere Mitglieder terroristischer Gruppen, die in Syrien und anderen Ländern kämpfen.

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Schlagwörter

Gastkommentar, Katar, Terror, Al-Kaida, IS

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-13 13:52:25
Letzte Änderung am 2018-06-13 16:58:35


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