• vom 09.09.2018, 09:00 Uhr

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Ein Verbrechen gegen unsere Kinder




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Was ist Wetter? Um mit einem einfachen Vergleich zu beginnen: Kochendes Wasser auf dem Herd - das Wasser im Topf brodelt, ist in Bewegung; Dampfblasen bilden sich am Boden an bestimmten Stellen, die von den Inhomogenitäten der Herdplatte und des Topfbodens abhängen. Sie steigen auf und verlieren sich als Wasserdampf in der Luft. Dieser kondensiert durch die unvermeidliche Abkühlung, fließt oder tropft vielleicht als Wasser wieder ab - das meiste davon außerhalb des Topfes. Das ist alles, ein rein physikalischer Prozess. Und jedermann weiß: Wenn man den Schalter höher dreht, also die Temperatur der Herdplatte und damit des Wassers erhöht, brodelt es stärker, und mehr Blasen steigen auf, Wasserdampf entsteht schneller und an mehr Stellen.

Lebensnotwendige
komplexe Kreisläufe

Das Wetter in unserer Atmosphäre gehorcht den gleichen Gesetzen der Physik und der Chemie, jedoch mit zwei wichtigen Unterschieden: Erstens ist der Temperaturbereich tiefer, es geht um Verdunstung, nicht um Kochen; und zweitens sind die Ausgangsbedingungen viel komplizierter als bei Wasser im Topf. Je nach Bodenbeschaffenheit, Tageszeit und Bewölkung ist die Wärmeübertragung auf die Bodenluft wesentlich chaotischer, damit auch die Turbulenzen in der Atmosphäre. Das Wasser regnet wieder ab, es bleibt im System. Auch die Wirbelbildung spielt eine große Rolle, denn Schwerkraft und Erddrehung erzeugen starke Höhenwinde mit hohen Luftgeschwindigkeiten, die je nach geografischer Breite variieren und starke Drehimpulse verursachen. Komplexe Kreisläufe haben sich gebildet, deren Erhaltung lebensnotwendig ist.

Auch im Wasser sind natürlich solche permanenten Strömungen vorhanden, ähnlich den Höhenwinden und Wirbeln in der Luft (Beispiel Golfstrom). Vom Wetter verursachte Wirbelstürme, Starkregen, Hagel und Ähnliches sind Ausnahmen, die sich jedoch merklich häufen und verstärken. Für mich liegt auf der Hand, dass wir Menschen den zusätzlichen Temperatureintrag zumindest mitverursachen: Wir heizen unsere Häuser, wir verbrennen Kohle, Öl und Holz, wir formen Hitze um zu Dampfdruck und Elektrizität, und letztlich landet jede Energieform seit Jahrhunderten in Atemluft und Wasser.

Diese Abwärme ist nur zu einem kleinen Teil in der Lage, die irdische Atmosphäre zu verlassen. Wärme strahlt zwar ständig aus der Atmosphäre in den Weltraum ab, dieser Prozess wird aber durch den Treibhauseffekt gebremst - und der verstärkt sich merkbar durch Eintrag von Kohlendioxid, Methan, Lachgas . . . Die Atmosphäre wird durch Wind und Wetter ständig durchgemischt, und Kohlendioxid ist in jeder beliebigen Höhe nachgewiesen, angeblich ziemlich gleichmäßig. Meine Meinung ist: Abgase steigen zunächst nach oben, kühlen dabei ab, und erst wenn sich die Temperatur genügend angeglichen hat, beginnen sie wieder zu sinken. Dadurch akkumulieren sich die Abgase in den höheren Luftschichten, und der Treibhauseffekt verstärkt sich. Unser Treibhaus funktioniert in jeder Höhe - es ist kein Glasdach!

Der Mensch dreht leicht
am Herdschalter der Erde

Kürzlich kam nun noch in einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung die fatale Einschätzung der heutigen Situation dazu, dass nämlich viel Schlimmeres droht, wenn noch andere Einflüsse als Kipppunkte wirksam werden, etwa der Austritt von Methan am Meeresboden und im Permafrostboden oder die Abholzung der Regenwälder.

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Dokument erstellt am 2018-09-07 16:09:04


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