• vom 19.11.2018, 17:17 Uhr

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Update: 19.11.2018, 17:33 Uhr

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Echt jetzt?




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Von Martina Madner

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Martina Madner ist Redakteurin im "Österreich"-Ressort.

Martina Madner ist Redakteurin im "Österreich"-Ressort.© Thomas Seifert Martina Madner ist Redakteurin im "Österreich"-Ressort.© Thomas Seifert

Mit den Worten "Aber jetzt" startete Peter Pilz sein Statement bei der Pressekonferenz zur Umbenennung der von ihm gegründeten Liste auf den Namen "Jetzt". Er beweist damit auch gleich, dass man das Wörtchen einfach und häufig in den Sprachgebrauch einfließen lassen kann.

"Jetzt" hat auch Symbolik: Das Wort wird als Gegensatz zu vergangenen Zeiten verwendet. Im Hier und demselben steht "Jetzt" für Aktualität. "Aber jetzt" kann den Zeitpunkt für einen Auf- oder Umbruch einläuten und bekräftigen. Dann ist es aber auch schon vorbei mit den positiven Assoziationen. Die Ansage "Jetzt erst recht" klingt dann doch eher trotzig als kämpferisch.

"Jetzt" als Name eines Klubs oder einer Partei scheint auch auf Dauer nicht so optimal. Jetzt ist nur ein ganz kurzer Moment, ein flüchtiger Augenblick, also rasch wieder vorbei, was wohl kaum im Sinne von Politik sein kann.

Ohne das Wort Partei danach klingen Statements schlicht nach schlechtem Deutsch. Außerdem stellt sich auf "Jetzt fordert dieses und jenes" fast schon unwillkürlich die Frage: "Wer jetzt?"

Besonders unglücklich aber kommt das Wort in Kombination mit Abgeordneten daher: Hört man von "Jetzt-Abgeordneten Hinz und Kunz", könnte sich mancher die Frage stellen, was die beiden morgen machen?

Was sich übrigens ebenfalls häufiger und nicht nur angesichts des neuen Parteinamens aufdrängt, ist: "Echt jetzt?" Letztlich aber auch: "Jetzt zu wichtigeren Themen."





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-19 17:28:26
Letzte Änderung am 2018-11-19 17:33:58


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