• vom 02.02.2019, 11:00 Uhr

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Altes Geld




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Von Mario Rausch


    Noch heute steht sein Name für unermesslichen Reichtum: Krösus, jener Lyderkönig, der in der Antike als der vermögendste Mann der Welt galt. Ein Grund für diese Einschätzung dürfte gewesen sein, dass seine Zeitgenossen auf Goldmünzen das Wappen des lydischen Potentaten sahen und so zu der Annahme gelangten, dass er über unerschöpfliche Goldmengen verfügen müsse.

    In der Tat waren die Lyder die ersten, die schon im 7. vorchristlichen Jahrhundert gemünztes Edelmetall in Umlauf brachten und so die lange Tradition des Münzgeldes im Mittelmeerraum begründeten. Praktisch war die neuartige Zahlungsmethode allemal, schließlich war es bei dem bis dahin vorherrschenden Tauschhandel oft nicht leicht, den Wert der angebotenen Waren einzuschätzen und entsprechend zu vergüten.

    Information

    Mario Rausch, geboren 1970, lebt als freier Publizist in Klagenfurt und Wien.


    Die Münzen dagegen stellten einen genau definierten Wert dar, den man jederzeit und überall nachprüfen konnte - eine immense Vereinfachung des Handels mit Gütern aller Art. Auch die Entlohnung von Söldnern wurde so entscheidend erleichtert, was für antike Herrscher ebenfalls von größter Bedeutung war.

    In Griechenland wurde gemünztes Geld zuerst von bedeutenden Handelsstädten ausgegeben: Die griechischen Ansiedlungen an der Westküste Kleinasiens und die Athen vorgelagerte Insel Ägina prägten schon um das Jahr 550 v. Chr. ihr eigenes Geld. Athen selbst und die reiche Handelsstadt Korinth folgten wenig später, und ihre Währungen blieben dann für lange Zeit die wichtigsten im griechischen Raum. Die Athener konnten sich im 5. Jh. v. Chr. als die beherrschende Großmacht in der Ägäis durchsetzen und dominierten mit ihren Münzen den Handel im östlichen Mittelmeer.

    Die 17 Gramm schwere attische Tetradrachme (vier Drachmen) mit ihren Unterteilungen und größeren Einheiten galt als eine Art Leitwährung, die überall bekannt war und akzeptiert wurde. Als Münzbilder wählten die Athener ihre Stadtgöttin Athena und die Eule als ihr heiliges Tier. Die "Eulen aus Athen" standen so lange Zeit für gemünztes Geld an sich. Im Westen, wo vor allem in Unteritalien und auf Sizilien ebenfalls griechische Städte gegründet worden waren, erlangten die Münzen von Syrakus überregionale Bedeutung.

    Als Münzbilder dienten den alten Griechen zunächst meist ihre Stadtgötter und deren geheiligte Tiere. Erst später, im Zeitalter des Hellenismus, wurden dann Bildnisse von Herrschern auf die Münzen geprägt, eine Tradition, die von den römischen Kaisern aufgenommen und weiterentwickelt wurde, um den jeweiligen Machthaber in allen Teilen des riesigen Imperium Romanum bekannt zu machen.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2019-01-31 14:47:48
    Letzte Änderung am 2019-01-31 16:32:57



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