• vom 25.04.2007, 16:53 Uhr

Glossen


Pausenfoyer Von Edwin Baumgartner

Wette gewonnen: Die Minichmayr sagt ab!




  • Artikel
  • Lesenswert (17)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Mit wissendem Schmunzeln las es der in Künstlertratsch Eingeweihte im Programm des Wiener Konzerthauses und schloss Wetten ab: Birgit Minichmayr und Michael Maertens sollten am 14. Mai unter dem Motto "Briefe einer Freundschaft" aus dem Briefwechsel zwischen der österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann und dem deutschen Komponisten Hans Werner Henze lesen. Ausgerechnet Minichmayr und Maertens! Ausgerechnet Freundschaft!

Zwar ist seinerzeit zwischen der Bachmann und Henze nicht mehr gelaufen als eben eine Freundschaft, zumal sich der Komponist ja längst als Homosexueller geoutet hatte.

Dennoch ist es nicht unpikant, wenn gerade ein relativ frisch getrenntes Paar Briefe vorträgt, die von einer tiefen Seelenverwandschaft künden. Immerhin galten Birgit Minichmayr und Michael Maertens als Traumpaar des Theaters - bis Maertens sich Ende 2006 für Mavie Hörbiger als Ehefrau entschied.


Also: "Wetten, dass einer absagt?"

Wette gewonnen! Birgit Minichmayr kam Maertens zuvor. Jetzt liest Maria Happel - und der Abend ist aus Termingründen auf den 24. Mai verschoben. Wieder eine Chance weniger für Beziehungs-Voyeure!

Da sind also elf Bewerbungen für den Posten des Direktors der Wiener Staatsoper eingelangt. Viel ist das nicht. Und obendrein ist nicht jede ganz ernst gemeint.

So stammt eine von einem gewissen Dario Lindes (40), der sich im Bereich der Schnittpunkte von Psychoanalyse und Stanislawski-Schauspieltechnik in der Szene durchaus einen Namen hat.

Lindes´ Bewerbung ist ganz klar Kabarett, das interessante Vorschläge macht - wie etwa den Lifeball und den Opernball zusammenzulegen, das Ballett in eine Butoh-Kompagnie umzuwandeln. Und das alles mit dem langfristigen Ziel einer Schließung und Abtragung der Staatsoper.

Lindes pocht übrigens darauf, von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zu einem Hearing eingeladen zu werden. Denn Gusenbauer hat zugesagt, mit jedem Kandidaten zu sprechen. Und jetzt wartet Lindes nur noch auf einen konkreten Termin.

Andere Nationen bringen Künstler hervor, tu felix Austria bürgerst ein, was Rang und Namen hat.

So kann nicht nur die russische Sängerin Anna Netrebko mittlerweile einen österreichischen Pass vorweisen, auch der in Lima geborene Startenor Juan Diego Flórez ist in einer kleinen Zeremonie eingebürgert worden. Seine peruanische Staatsbürgerschaft behält Flórez natürlich, so leicht löst man nicht die Bande zu seinem Geburtsland.

Übrigens: Die österreichische Staatsbürgerschaft hat es Flórez ermöglicht, auf einem Standesamt in Wien zu heiraten: Die Auserwählte ist natürlich Julia Trappe, Flórez Managerin.

Ob der Frauenschwarm jetzt für seine weiblichen Fans weniger attraktiv ist, wird sich vielleicht schon am Samstag weisen, wenn Flórez in der Staatsoper zum letzten Mal die neun hohen Cs produzieren wird, die ihm Gaetano Donizetti in seiner "Regimentstochter" vorschreibt.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2007-04-25 16:53:06
Letzte Änderung am 2007-04-25 16:53:00

Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wie uns das "Smartwater" von Coca Cola verführen soll
  2. Jenseits des Horizonts
  3. Dann gehen die Frauen halt mit dem linken Fuß nach rechts
  4. Wüsten-Beschimpfung
  5. Paul McCartney, mein Dezember-Troubadour
Meistkommentiert
  1. Wie uns das "Smartwater" von Coca Cola verführen soll
  2. Warum die Kanadier keine Kanaken sind
  3. In die Waffenverbotszone bitte nur mit erhobenen Händen
  4. Gott schütze Österreich!
  5. Wüsten-Beschimpfung

Werbung




Werbung