• vom 02.06.2017, 17:07 Uhr

Glossen

Update: 27.06.2017, 15:27 Uhr

Glossenhauer

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Von Severin Groebner

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  • Der Wahlkampf ist im Anrollen. Sie müssen jetzt nicht googeln, wo und wie weit weg Anrollen liegt - und wann daher der Wahlkampf bei Ihnen ist.

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de

Lassen Sie uns festhalten: Wie in jeder Schlacht ist auch im Wahlkampf die Vernunft das erste Opfer. Sie liegt röchelnd im Straßengraben, während die Fanmeile weiterzieht. Sie erinnern sich: Kapfenberg gegen Simmering, das ist wahre Brutalität.

Apropos Simmering: Dort kommt ja der derzeitige Kanzler Christian Kern her. Über den gibt es jetzt ein Buch. Sogar die "Seitenblicke" haben berichtet. Der Fokus des Berichts lag auf der Tatsache, dass der Autor bei der Präsentation nur ein Ruderleiberl anhatte. Amazing Story. Da kann man sich jetzt schon auf den "Seitenblicke"-Bericht über die Tagung "Biotechnik und Roboterologie" freuen. Da geht es wahrscheinlich darum, wer welche Schuhe zu welchem Glas Wein trägt.


Apropos ORF: Da Wahlen vor der Haustür stehen, mögen sich die Journalisten mit politischen Äußerungen zurückhalten, hat der ORF-Chef gemeint. Die Kollegen von "Willkommen Österreich" haben schon einmal vorgemacht, wie das aussehen könnte, und sich gleich vom Kanzler persönlich zensurieren lassen. Das einzige Problem dabei: Er war lustiger als sie.

Das wird Sebastian "Großohrhase" Kurz nicht passieren. Der scannt natürlich sämtliche PR-Aktivitäten seines Konkurrenten und bastelt schon an geeigneten Gegenstrategien. Da Kurz-Fans aber mit Old-School-Give-Aways wie Büchern nicht hinter dem SUV hervorzulocken sind und es zu teuer käme, jedem potenziellen Wähler ein Geilomobil zu schenken, kommt demnächst die Kurz-App auf den Markt. Da kann der User den Außensebastian von Österreich immer, wenn es innenpolitisch heikel wird, schnell um die Welt fliegen lassen. Und wir sehen den Basti Zäune bauen in Ungarn, Hände schütteln in Brüssel oder aus der Luft ein NGO-Wahnsinnsboot voller Flüchtlinge versenken. Dafür gibt es eine unbezahlte Werbeeinschaltung im Boulevard - und damit verdoppelt sich die Punkteanzahl. Juhu! Schon hat man gewonnen! Also, nur in der App.

Apropos Kurzform: Wie kürzt man eigentlich "Liste Kurz - Neue Volkspartei" ab? LKNVP? Klingt das nicht eher nach "Landes-Kollegen-Nah-Versorger-Partie"? Oder nur nur NVP? Aber riecht das dann nicht nach "Nationale Voll-Provinz"? Und - Himmelblau hin, Himmelblau her - ist dieser Markenkern nicht schon besetzt? Vom "Führer poltert öffentlich"? Oder ist "Kurz" bereits schon eine Abkürzung für "Kapital und Rendite zuerst"?

Apropos zuerst: Einer, der mit dem Wahlkämpfen gar nicht aufhören kann, ist ja der US-Präsident. Donald Trump kündigt doch jetzt tatsächlich den Pariser Vertrag auf. Wahrscheinlich, weil er glaubt, er dürfe ab jetzt ungeschützt Geschlechtsverkehr ausüben. Aber nein . . . Hihi, Scherz . . . es ist ihm natürlich völlig klar, dass der Vertrag etwas mit Klima zu tun hat. Deshalb will er ja auch raus. So will er verhindern, dass Melania in die Wechseljahre kommt. Bruhaha, nein, völliger Schwachsinn. Im Ernst: Was hat man denn von einem ehemaligen Soap-Opera-Star erwartet? Der hat doch schon Schwierigkeiten beim sinnerfassenden Lesen. Sagen seine Mitarbeiter. Vom Schreiben gar nicht zu reden. Alles über 140 Zeichen ist für den ein Roman.

Also, wenn über den ein Buch erscheint, weiß man jetzt schon, wer es sicher nicht lesen wird: er.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-06-02 17:12:08
Letzte Änderung am 2017-06-27 15:27:08


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