• vom 16.06.2017, 17:42 Uhr

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Update: 21.06.2017, 15:05 Uhr

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Werte Parteien




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Von Severin Groebner

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  • Die SPÖ hat sich einen "Wertekompass" gegeben. Das ist ein Wort aus dem angewandten Politikdeutsch und bedeutet "Wahlkampfbroschüre".

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de

Ein Kompass ist ja normalerweise etwas, das einem hilft, wenn man nicht weiß, wohin man gehen soll. Oder fahren. Oder schwimmen. Und "Werte" gibt es vielerlei: Wertgegenstände, Wertvorstellungen oder Wertstoffhof. Letzteres ist piefkinesisch für "Mistplatz". Ob ein "Wertekompass" also etwas ist, das einem zeigt, wie weit man mit seinen Wertvorstellungen gehen, oder wo man diese gegen Wertgegenstände eintauschen, oder gar wo man sie am nächsten Wertstoffhof entsorgen kann, wird die Zukunft zeigen. (Man beachte, dass der Autor den billigen Wortwitz mit "Leberwerten" im Zusammenhang mit hochrangigen Wiener Parteifunktionären elegant ausgelassen hat.) Wie sieht es aber bei den politischen Mitbewerbern aus?

ÖVP: Erstens: Die Volkspartei ist eine föderale Partei, die ihre gesellschaftliche Relevanz auch in ihrer Struktur widerspiegelt. Der Aufbau aus Bünden und Interessensvertretungen zeigt, wie breit die Volkspartei gesellschaftlich aufgestellt ist. Zweitens: Grundlage all dessen ist das christliche Menschenbild. Verkörpert durch das segensreiche Werk der heiligen Inquisition. Drittens: Die Volkspartei ist jederzeit bereit, auf all das ein großes Krapferl zu machen, sobald es nur das Äutzerl einer Chance gibt, dass einer es schafft, endlich wieder Kanzler zu werden.


FPÖ: Die Freiheitliche Partei bekennt sich zu den Grundsätzen der Demagogie ...tschuldigung...Demokratie. Sie kämpft gegen das Linkslinke...ähem...kämpft für Rechts-Staatlichkeit, wo sie kann... quatsch...wo es ihren Interessen dient. Grundgedanke ist die nationalsozialist...hüstel...sozial nationalistisch...ja, was ist denn da los, Herbert?!...soziale Heimatpolitik, die sagt: Der Jude...na, des is oid...der Auslända...nein, wie sagen wir das jetzt? Ah ja: Der Muslim ist unser Unglück. Ansonsten ist die FPÖ stets zu einer pragmatischen Sachpolitik bereit, solang diese zu den Futtertrögen der Republik führt.

Grüne: Erstens: Mhm. Zweitens: Ich finde gut, dass Du das so klar ansprichst. Drittens: Jajajajaja, das ist grundsätzlich total verständlich. Viertens: Lass uns vorher nochmal diskutieren, was für jeden der Begriff "Hochhaus" bedeutet. Fünftens: Soll ich uns allen jetzt einen Tee machen? Sechstens: Ich fände es sehr positiv, wenn wir jetzt alle überlegen könnten, wie man "Budgetdefizitverletzungsverfahren" gendern kann. Siebtens: Wir atmen jetzt alle miteinander aus und dann gehen wir nach Haus’.

Neos: Da müssen wir zuerst einmal sagen: Die Neos sind eine Bewegung, also Partei, die immer - und das möchte ich ganz klar betonen - dafür gestanden ist, dass wir - und dabei darf man nicht vergessen, dass wir noch eine sehr junge Bewegung, also Partei, sind - im Auftrag unserer Wählerinnen und Wähler die Probleme dieses Landes - und das sage ich mit sehr großer Offenheit - gemeinsam...He! Wo willst Du hin? Und Du? Hallo? Lasst Ihr mich da jetzt alle alleine? Oder was?

Team Stronach: Erstens: Frank hat recht. Zweitens: Wenn Frank weg ist, gilt Erstens und wir verschwinden auch.

Insofern steht einer fruchtbaren Zusammenarbeit der im Parlament vertreten Parteien eigentlich nichts im Wege und man kann jetzt im anlaufenden Wahlkampf im gegenseitigen Respekt einander verbal die Schädel einschlagen.




Schlagwörter

Glossenhauer, Parteien, Werte, Wahlen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-06-16 17:47:04
Letzte Änderung am 2017-06-21 15:05:10



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