• vom 08.12.2017, 17:18 Uhr

Glossen

Update: 28.12.2017, 13:02 Uhr

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Gerechtigkeit für Karl-Heinz!




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Von Severin Groebner

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  • Er ist ein viel gescholtener Mann. Aber ist er das auch zu Recht?

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weitere Informationen findenSie unter: www.severin-groebner.de Alle Beiträge dieser Rubrik unter: www.wienerzeitung.at/ glossenhauer

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weitere Informationen findenSie unter: www.severin-groebner.de Alle Beiträge dieser Rubrik unter: www.wienerzeitung.at/ glossenhauer Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weitere Informationen findenSie unter: www.severin-groebner.de Alle Beiträge dieser Rubrik unter: www.wienerzeitung.at/ glossenhauer

Karl-Heinz Grasser soll vor Gericht. Viele Menschen in diesem Land verstehen das nicht. Warum auch? Ist dieser Mann nicht das Beste, was Österreich in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebracht hat? Nein. Er ist wahrscheinlich das Beste, was seit Jahrhunderten aus diesem Land entsprungen ist.

So viel augenscheinliche Qualität zieht naturgemäß auch Neider an. Viele, vor allem linkslinke Gutmenschen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als gewalttätige Flüchtlinge zu streicheln und Befehle von der US-Ostküste entgegenzunehmen, sehen in dieser austriakischen Lichtgestalt nur einen ehemaligen Finanzminister. Schlimmer noch, diese zutiefst moralisch verderbten, sodomitischen Kreise werden nicht müde, good-gar-nicht-mal-so-old Charles Hints Grasser stets mit Geld unklarer Herkunft im beschaulichen Liechtenstein in Verbindung zu bringen. Oder singen sogar Lieder über einen Namensvetter von ihm, der angeblich ins "Häfn" soll. Lieder, die sogar Richter mögen. Wie kann man da von unabhängiger Justiz ausgehen, wenn die Vertreter der Rechtsprechung keine eingetragenen Mitglieder im KHG-Fanklub sind?


Dabei gibt es genügend Gründe, diesen Mann zu bewundern. Er hat nämlich nicht nur die "schwarze Null" erfunden, sondern schafft es auch seit Jahren, konstant immer und überall mit ein und derselben Julius-Meinl-V.-Gedächtnisfrisur zu erscheinen. Und das ganz ohne Drei-Wetter-Taft. Kennen andere nur seine Biografie als Jörg-Haider-Zauberlehrling, Frank-Stronach-Fanboy und Wolfgang-Schüssel-Joker, zeigt bereits ein kurzer Blick in seine Vita, was dieser Mann in Wahrheit alles geleistet hat.

Weithin unbekannt ist etwa seine Rolle beim Fall des Eisernen Vorhangs. Schließlich brachte erst ein vom 18-Jährigen verfasster Brief an den damaligen KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow diesen 1987 darauf, "Glasnost" und "Perestroika" zu propagieren. Ebenso unbekannt ist Grassers Initiative zur Beendigung des Jugoslawien-Kriegs. Von Kärnten aus schaffte es dieses politische Ausnahmetalent allein durch intensives Betrachten des eigenen Spiegelbildes, die Kriegsparteien von so viel Schönheit geblendet zu bewegen, ihre Waffen niederzulegen. Gar nicht zu reden von seinem selbstlosen Einsatz am 11. September 2001. Ohne sein Zutun wäre das vierte Flugzeug wer weiß wo hineingekracht. Aber unser Karl-Heinz hat es mittels Auflegen einer Gesichtsmaske zum Absturz gebracht. Bescheiden wie er nun einmal seiner Art nach ist, prahlt er mit diesen Dingen nicht und lässt dabei auch noch unter den Tisch fallen, dass eigentlich er es war, der - während er sich die Haare föhnte - 2011 den Wind der Veränderung in die arabische Welt gebracht hat. Diesen Mann bloß als Sohn eines Autohändlers zu betrachten, ist fast so, als würde man sagen, Jesus wäre nichts als der Bub eines Zimmermanns gewesen. Apropos Jesus: Wer hat dem denn geholfen, Fische und Brote zu vermehren? Die Mitarbeit von KHG kann zumindest nicht völlig ausgeschlossen werden.

Deshalb sollten wir fair sein. Größer, schöner, besser und wohlerzogener als dieser Mann ist wahrscheinlich nur . . . Gott.

Und vielleicht Sebastian Kurz.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-08 17:23:07
Letzte Änderung am 2017-12-28 13:02:10


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