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Update: 10.08.2018, 14:07 Uhr

Österreich

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Von Severin Groebner

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  • Die Republik fragt sich: Wer kriegt eigentlich aller eine österreichische Staatsbürgerschaft?

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de Severin Groebner ist Kabarettist und Autor, Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne" und sein aktuelles Programm heißt "Der Abendgang des Unterlands". Spieltermine und weiter Informationen unter www.severin-groebner.de

Während das Innenministerium gern verkündet, wie viele Pferde es anschafft, wann man die nächste Gefahrensituation an der Grenze simuliert und wo im Polizeiauto demnächst Maschinenpistolen zu finden sind, ist Herbert Kickl (der Name bedeutet angeblich auf Slowenisch "kleiner Fußtritt") bei den sogenannten "Promi-Staatsbürgerschaften" weniger auskunftsfreudig. Wer, wie, wann und warum den rot-weiß-roten Pass in die Hand gedrückt bekommt, soll 2018 nicht mehr veröffentlicht werden. Und doch hat Ihr Glossenhauer eine geheime, womöglich sogar richtige Liste zukünftiger Österreicher zugespielt bekommen. Es gilt die Unschuldsvermutung, alle Angaben ohne Maschinengewehr:

Andreas Gabalier. Der hat zwar schon einen Pass, aber der ist so irrsinnig österreichisch, dass er mindestens zwei braucht.


Wladimir Putin. Als bester Freund einer Regierungspartei ist er ein natürlicher Anwärter auf das rot-weiß-rote Papier.

Horst Seehofer. Der Mann, der in der deutschen Bundesregierung am österreichischsten denkt, darf dafür nicht leer ausgehen.

André Rieu. Wer das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich schon 2011 erhalten hat, kann 2018 nicht ohne Staatsbürgerschaft davonkommen. Und ganz ehrlich: Wer kann die Wähler unseres geliebten Bundeskanzlers besser im Dreivierteltakt in Bewegung halten als dieser zukünftige Exniederländer?

Franco Foda. Auch wenn er eigentlich ein Piefke ist, hat es dieser Trainer 2018 geschafft, nach 32 Jahren endlich wieder die deutsche Nationalmannschaft zu besiegen. Der muss Österreicher werden, ob er will oder nicht. "Wir" lassen doch "unsere Burschen" nicht von einem "Deitschn" trainieren? Oder? Eben.

Geschäftsmann Dmytro Firtasch. Ganz ehrlich, wer von den USA und Spanien wegen Bestechung und Geldwäsche gesucht wird, kann kein ganz schlechter Mensch sein. Erst recht nicht, wenn er so Gas geben kann wie dieser Mann. Obendrein kommt der Mann aus dem Gebiet der ehemaligen k.u.k. Monarchie, da kann auch die Partei des Bundeskanzlers als Nachfolgeorganisation der Nachfolgeorganisation des Hauses Habsburg nichts dagegen haben.

Investor Ernst Tanner. Ein Schweizer Schokoladenhersteller, dem zehn Prozent des Goldenen Quartiers in Wien gehören, muss einer von uns werden. Diese Republik braucht dringend Menschen, die wissen, wie man aus braunen, klebrigen, ungesunden Dingern Geld macht. Und die wichtigsten Leute kennt er schon: Hans-Peter Haselsteiner, Harti Weirather, Niki Lauda und Johann Graf. Mit denen teilt er sich nämlich eine Immobilienfirma.

Saif al-Islam al-Gaddafi. Der zweitälteste Sohn des ehemaligen libyschen Diktators ist in Wien und Kärnten kein Unbekannter und wurde schon für tot erklärt, saß im Gefängnis und will jetzt aber bei der kommenden Wahl Präsident Libyens werden. Ein Mann also, der sicher weiß, wie man in "Anlandezentren" außerhalb der EU Menschen "konzentriert halten" kann.

Und zu guter Letzt: die Pferde aus dem Gestüt Lipica in Slowenien. Irgendwo müssen ja die Pferde für die Polizei herkommen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-03 16:38:19
Letzte Änderung am 2018-08-10 14:07:48


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