• vom 06.12.2012, 17:59 Uhr

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Mexiko

Wegbereiter des Präsidenten wird Mexikos Chefermittler




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Von Alexander U. Mathé

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  • Jesús Murillo Karam gilt als Meisterstratege der präsidialen Kampagne
  • und als Mastermind in der Partei der Institutionellen Revolution (PRI).

Jesús Murillo Karam. - © epa

Jesús Murillo Karam. © epa

Jesús Murillo Karam wurde diese Woche als Generalstaatsanwalt von Mexiko vereidigt. Damit wird der Kampf gegen das grassierende organisierte Verbrechen künftig in seinen Aufgabenbereich fallen. Doch der Jurist ist mehr als einfach nur der Generalstaatsanwalt, er gehört zum innersten Kreis der Vertrauten des Präsidenten. Der 65-Jährige stand Pate für den Erfolg von Enrique Peña Nieto, der am 1. Dezember das Amt des Staatschefs übernahm. Die Geschichte des Bündnisses der beiden Männer ist kurz, aber von großem Erfolg geprägt: 2005, als er Gouverneur des Bundesstaates Mexiko werden wollte, wandte sich Peña Nieto an Murillo Karam. Die Ausgangslage war damals denkbar schlecht: Die Partei der beiden, die sozialistische PRI, die das Land jahrzehntelang - mitunter durch groß angelegte Wahlmanipulationen - regiert hatte, befand sich auf dem absteigenden Ast, die Gegner schienen übermächtig. Murillo Karam entstaubte das Image seines Schützlings: hochgekrempelte Hemdsärmel, keine Krawatte, dafür eine dynamische und sympathische Aura. Der Mann libanesischer Abstammung legte damit den Grundstein für die Strategie Peña Nietos und der PRI. Dieser gewann die Wahl zum Gouverneur und schaffte es sieben Jahre später mit demselben Image zum Präsidenten.

Alexander U. Mathé

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Inzwischen gilt Murillo Karam als Mastermind in der PRI, der er 1970, im Alter von 23 Jahren, beitrat. Er wurde Gouverneur von Hidalgo (1993-1998), Senator (2006-2012) und schließlich Präsident des Abgeordnetenhauses. Diesen Posten gab er nun auf, um Generalstaatsanwalt zu sein. Als solcher kündigte er sogleich an, seine desolate Behörde auf Vordermann bringen zu wollen. "Es wird schwer sein, eine für die Gesellschaft zuverlässige Staatsanwaltschaft aufzubauen", sagte Murillo Karam. Bei allem Arbeitseifer tut er damit seiner Vorgängerin ein wenig unrecht. Auch wenn es ihr nicht gelang, das organisierte Verbrechen unter Kontrolle zu bringen, so war Marisela Morales Ibáñez doch eine geachtete Politikerin, die nicht nur Rechtswissenschaften studiert hat, sondern auch über einen Abschluss in Kriminalistik verfügt. US-Außenministerin Hillary Clinton lobte ihre Arbeit ebenso wie First Lady Michelle Obama. 2011 wurde sie mit dem Internationalen Preis für couragierte Frauen ausgezeichnet. Ein großes Erbe, das nun Murillo Karam antritt.





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Dokument erstellt am 2012-12-06 18:03:25


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