• vom 12.07.2018, 18:30 Uhr

Kommentare


Meinung

Letzter Google-Bann gebrochen




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Bernhard Baumgartner

  • Kommentar



Lange hatte Google - nicht gänzlich freiwillig - darauf verzichtet, seinen Dienst Google Street View auch in Österreich freizuschalten. Datenschutzbedenken führten zu der Verzögerung von einigen Jahren. Seit Donnerstag kann man die Daten nun abrufen - und gleich einmal Verwandte beim Warten auf den Bus beobachten. Aber wieso stehen sie auf der falschen Straßenseite? Egal, wie auch immer: 80 Milliarden Fotos von über 15 Millionen Kilometern Straße wurden für Street View bereits angefertigt. Das ist, in der Tat, die Vermessung der Welt auf einem sehr persönlichen Level. Zwar werden Gesichter (übrigens auch jene von Statuen), Kennzeichen und andere Dinge automatisch verpixelt, aber da sind sie ja trotzdem. Und oft braucht man nicht unbedingt ein Kennzeichen, um zu wissen, um welches Auto es sich handelt. Nach den Bildern von oben, gegen die man sich auch nicht wehren konnte, gibt es jetzt auch Bilder von der Straßenseite. Sicherlich, wenn eine Fassade für die Augen von Passanten ok ist, wird sie vermutlich auch für den Google-Nutzer ok sein. Andererseits: So leicht und ohne Aufwand konnte man noch nie eine Adresse oder ein Haus online anschauen - für welchen Zweck auch immer. Denn so ganz klar ist es ja nicht, welche Nutzen der Dienst abseits der Befriedigung von Neugier eigentlich haben soll. Wer das alles nicht will, sollte rasch den Sichtschutzfaktor erhöhen: Man kann sein Haus auch ausblenden lassen. Oder vor der nächsten Foto-Runde noch rasch Bambus pflanzen.





Schlagwörter

Meinung, Feuilleton

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-12 16:38:02


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Helga Beimer gibt auf
  2. Die Zukunft lässt schon grüßen
  3. Irrungen, Wirrungen unter Bündnispartnern
  4. Das Abbild eines Zerfalls
  5. Netflix spendet keine Gruselfichten
Meistkommentiert
  1. Doch keine Aliens. Oder?
  2. Wer hat schon mal, wer will nicht mehr?
  3. Der nächste Medienfeind
  4. Denn sie wissen nicht, was sie tun

Werbung




Werbung