• vom 17.12.2018, 16:57 Uhr

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    Die vernachlässigten
    Strophen von "Stille Nacht"

    Heuer ist ein besonderes Bedenken zu 200 Jahre "Stille Nacht" angebracht. Es ist doch seltsam, dass das gerne als Weltweihnachts- oder Weltfriedenslied bezeichnete sechsstrophige Lied in der Regel amputiert verwendet wird. Die zumeist vergessenen Strophen 3 bis 5 lauten nämlich:


    3. Stille Nacht! Heilige Nacht! / Die der Welt Heil gebracht / aus des Himmels goldenen Höh’n, / uns der Gnaden Fülle läßt seh’n, / Jesum in Menschengestalt, / Jesum in Menschengestalt.

    Vor 200 Jahren wurde das wohl berühmteste Weihnachtslied der Welt in Oberndorf bei Salzburg zum ersten Mal aufgeführt. Hier ein Autograph des Textdichters Joseph Mohr.

    Vor 200 Jahren wurde das wohl berühmteste Weihnachtslied der Welt in Oberndorf bei Salzburg zum ersten Mal aufgeführt. Hier ein Autograph des Textdichters Joseph Mohr.© apa/Salzburg Museum/Museumsverein Vor 200 Jahren wurde das wohl berühmteste Weihnachtslied der Welt in Oberndorf bei Salzburg zum ersten Mal aufgeführt. Hier ein Autograph des Textdichters Joseph Mohr.© apa/Salzburg Museum/Museumsverein

    4. Stille Nacht! Heilige Nacht! / Wo sich heut alle Macht / väterlicher Liebe ergoss / und als Bruder huldvoll umschloss / Jesus die Völker der Welt, / Jesus die Völker der Welt.

    5. Stille Nacht! Heilige Nacht! / Lange schon uns bedacht, als der Herr vom Grimme befreit / in der Väter urgrauer Zeit / aller Welt Schonung verhieß, / aller Welt Schonung verhieß.

    Warum sollen just diese im christlichen Glauben so bedeutsamen Worte fehlen? Daraus spricht doch die weltoffene theologische Haltung eines kleinen Geistlichen gegenüber "aller Welt", geschrieben am Rande der habsburgischen Gegenreformation. Der inhaltliche Bezug zu den Konsekrationsworten, ob "für euch und für alle" oder "für euch und für viele" kann nicht übersehen bleiben.

    Die österreichischen, europäischen und globalen Belastungen sind heute gewiss nicht geringer als in den beiden vergangenen, trotz allen Entfaltungsschritten allzu oft vertanen zwei Jahrhunderten mit den Verletzungen unseres Planeten durch schrankenloses Wachstum. "Durch Geld zum Heil!" - haben wir uns von den Auswüchsen solcher geradezu industrieller Gnadenverwaltung bereits entlastet?

    Sorgen wir dafür, die drei Strophen mit ihrem Sinngehalt nicht verloren gehen zu lassen, sondern auf Dauer wiederzugewinnen. Allen Menschen zugewandt, nicht bloß ausgesuchten Mitgliedern mit spezieller beruflicher Beihilfe. Dies in Verbindung mit dem ungebrochenen Respekt für Chancen und Grenzen der Schöpfung.

    Reinhard Horner,

    per E-Mail

    Mehr Vor- als Nachteile
    durch den Brexit

    Das Geraunze Englands wegen eines zu harten Brexits ist unüberhörbar, aber letztlich überwiegen die nachhaltigen Vorteile des Austritts. Dass aber nicht nur die Kosten (abgesehen von Altlasten) und die Verpflichtungen wegfallen, sondern auch die Vorteile und die Privilegien, sollte von London endlich widerspruchslos akzeptiert werden.

    Mag. Martin Behrens,

    1230 Wien

    Zum Kommentar von Edwin
    Baumgartner, 12. Dezember

    weiterlesen auf Seite 2 von 2




    2 Leserkommentare




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-12-17 17:07:59


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