• vom 19.12.2018, 13:41 Uhr

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Update: 19.12.2018, 14:07 Uhr

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    - © Kupferstich: Salomon Kleiner (1738)

    © Kupferstich: Salomon Kleiner (1738)

    Grabungen im Garten des Palais Schwarzenberg im 3. Bezirk (Prinz Eugen-Straße 5).

    Grabungen im Garten des Palais Schwarzenberg im 3. Bezirk (Prinz Eugen-Straße 5).© Margarethe Müller Grabungen im Garten des Palais Schwarzenberg im 3. Bezirk (Prinz Eugen-Straße 5).© Margarethe Müller

    Ein kaum bekanntes Barockjuwel in Gefahr

    Wegen Bauvorhaben wie einer Tiefgarage, Hotelleriegebäuden und einer großen Bierbrauerei erregt der Garten des Sommerpalais Schwarzenberg seit mehr als einem Jahr öffentliche Aufmerksamkeit. Kaum jemand kennt ihn von innen. Aber zur Zeit Kaiserin Maria Theresias waren die prachtvollen Gärten der Aristokraten, die außerhalb des Wiener Ringwalls lagen, für jedermann frei zugänglich - man musste nur ordentlich gekleidet sein und durfte keinen Picknickkorb dabeihaben.


    Der Ziergarten war damals berühmt, wie zahlreiche historische Reiseberichte erzählen. Johann Lucas von Hildebrandt sowie danach Vater und Sohn Fischer von Erlach haben, basierend auf Plänen des berühmten Gartenarchitekten Jean Trehet, ein Kunstwerk erschaffen, das europaweit seinesgleichen suchte.

    Die leichte Hanglage hatte man sich für Wasserspiele zunutze gemacht. Auf dem Hügel, wo auch Prinz Eugens Oberes Schloss liegt, sammelte man Wasser aus Quellen in einem Reservoir und leitete es hinab in zwei spiegelgleiche, formschöne Becken. Von dort stürzte es über eine Kaskade, umrahmt von Gesteinsruinen und üppigem Efeu. Auf Stichen erkennt man noch ein zweites Wasserspiel und ein kreisrundes Bassin, aus dem eine haushohe Fontäne spie. Nirgendwo sonst gab es solche Wasserspiele, nicht in Schönbrunn, nicht einmal im Belvedere.

    Dort, wo vor etwa 280 Jahren der kulturbeflissene Bildungsreisende Gartenkunst bewunderte, liegen Reste davon zum Teil verschüttet unter der Erde. Wesentliche Wege, Rampen und Becken haben aber auch oberirdisch sogar Weltkriegen getrotzt. Das private Areal, verborgen hinter der mannshohen Begrenzungsmauer, gehört deshalb zur Unesco-Weltkulturerbe-Kernschutzzone.

    Vielleicht verschieben sich für künftige Generationen die Wertigkeiten: Freude an Momenten der Muße anstatt Konsum, Erleben von Schönheit anstatt deren Besitz. Dann wäre so ein Platz, wo kürzlich bei Aushubarbeiten eines der Spiegelbecken zutage getreten ist, den Menschen heilig. Bald aber werden Betonmauern für zweckmäßige Systemgastronomie die Möglichkeit vernichten, einen weltweit einzigartigen Ort des barocken Müßiggangs nachzuempfinden.

    Außer, eine denkmalschützende Institution folgt dem Aufruf von 400 internationalen Fachexperten, die im Oktober einen Offenen Brief an die Verantwortlichen geschickt haben, und schreit davor noch: "Stopp!"

    Maria Wachter-Bodenstein,

    per E-Mail

    Zwar amtsbekannt,
    aber nicht benannt

    Hoch lebe der Datenschutz! Diesen Jubelruf werden die beiden Tatverdächtigen ausstoßen, wenn Sie in der Ausgabe der "Wiener Zeitung" vom 19. Dezember die Meldung "Kreditkarten gestohlen" lesen. Die Behörden kennen ihre Namen, dürfen sie aber aus Datenschutzgründen nicht bekanntgeben und fordern die Bevölkerung dennoch auf, bei der Ausforschung der Täter behilflich zu sein. Wie man das am besten macht, einen namenlosen Unbekannten zu finden, möge man der Bevölkerung bitte näher erklären.

    Dkfm. Michael Stradal,

    Maria Enzersdorf

    Rumänische Kritik an
    der Europäischen Union

    Eigenartig nimmt sich die Kritik der rumänischen Politiker an der EU aus, denn Rumänien wurde ja nicht in die EU gezwungen. Stellt sich die Frage, warum seinerzeit das Land der EU beitreten wollte - vornehm ausgedrückt: aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen. Die EU darf zwar brav die Melkkuh spielen, aber Geldverschwendung, Korruption und eingeschränkte Justiz sind in diesem Land immer noch eher Alltag denn Ausnahmen.

    Allerdings ist die Kritik von EU-Politikern an Rumänien ebenso zu hinterfragen. Wurde doch das Land in die Union aufgenommen, als es längst noch nicht EU-reif war. Ein zahnloser EU-Apparat kann kaum Konsequenzen einfordern, wenn die Aufnahmeverträge nicht eingehalten werden. Die Aufnahme Rumäniens in die EU kam viel zu früh.

    Otto Diendorfer,

    4150 Rohrbach-Berg




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-12-19 13:52:57
    Letzte Änderung am 2018-12-19 14:07:57


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