• vom 04.01.2019, 10:45 Uhr

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Update: 04.01.2019, 11:05 Uhr

Leserbriefe

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    Papst Franziskus warnte in der Predigt der Christmette vor übertriebenem Konsum.

    Papst Franziskus warnte in der Predigt der Christmette vor übertriebenem Konsum.© afp/Tiziana Fabi Papst Franziskus warnte in der Predigt der Christmette vor übertriebenem Konsum.© afp/Tiziana Fabi

    Zur Kolumne von Christian Ortner, 28. Dezember

    Der Papst mahnt zu
    einem anderen Lebensstil


    Der Artikel von Christian Ortner scheint mir durchaus entbehrlich, weil er an Wesentlichem vorbeigeht. Dass der Papst seine "Empfehlung" für ein einfacheres Leben wirklich so naiv verstanden hätte, wie es Ortner in den möglichen Konsequenzen ausführt, ist wohl kaum anzunehmen. Sehr wohl aber hat der Papst mit seinen Worten gemeint, dass es angesichts der aktuellen Umweltsituation nötig ist, dass jeder Einzelne bei sich selbst beginnen müsse, sein Konsumverhalten zu ändern: ein Appell an die Verantwortung des Einzelnen!

    Und die "Vermutung" Ortners, dass der Papst eben nur ein "bescheidenes ökonomisches Verständnis" besäße, widerspricht seiner Enzyklika "Laudato si". In dieser warnt der Papst eindeutig davor, dass die Menschheit die Welt und sich selbst an die Wand fährt mit einem rein auf Gewinn ausgelegten Wirtschaftssystem und Moralvorstellungen, wonach sich jeder selbst der Nächste ist. Das hat nichts mit einem vermeintlichen "Herz-Jesu-Sozialismus" zu tun, sondern ist ein Aufruf an uns alle zu einem anderen Lebensstil.

    Dr. Klaus Porstner,

    2522 Oberwaltersdorf

    Es gibt Alternativen zur Ideologie des Wachstums

    Leider ist Christian Ortners Kommentar zur Aussage von Papst Franziskus in der Christmette, höflich gesagt, seicht und oberflächlich. Dessen Aufruf zu überlegtem Konsum entstand sicher nicht aus einer Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge. Vielmehr wollte der Papst den weltweit vorherrschenden, ungebremsten Wachstumsvorstellungen entgegentreten. Ist es unseren Kindern und Enkelkindern wirklich zumutbar - angesichts beschränkter Rohstoffreserven, gleichzeitig fortschreitender Umweltverschmutzung und immer bedrohlicher erscheinenden Klimaveränderungen -, weiterhin ungehemmtes Wachstum zu verfolgen? Christian Ortner meint, die Menschheit hätte keine andere Wahl. Ich stimme dem nicht zu. Und viele Menschen sind ebenfalls von anderen Möglichkeiten überzeugt. Einige Beispiele:

    die Bewegungen der Gemeinwohl-Ökonomie in Deutschland und in Österreich;
    Modelle unter Ausweitung des Genossenschaftsgedankens;
    das Konzept des Himalaya-Staates Bhutan, neben dem Bruttonationalprodukt auch einen Faktor nationalen Wohlfühlens zu berücksichtigen;
    die von John Rawls in seiner "Theorie der Gerechtigkeit" aufgestellten Konzepte;
    die Ansätze zu einer "Wohlfahrts-Ökonomie", wie sie von Amartya Sen in seinem Werk "Poverty and Famines" aufgestellt wurden.

    Herbert Holzinger,

    per E-Mail

    Zum Gastkommentar von
    Werner Stanzl, 2. Jänner

    Eine Erbschaftssteuer
    wirkt nur als Massensteuer

    An die Mär von der Erbschaftssteuer - wir nehmen von den Reichen und geben den Armen - habe ich auch einmal geglaubt. In Wahrheit lebt der Staat, also wir, von Massensteuern: Das heißt, wenn wir "Normalbürger" keine Erbschaftssteuer bezahlen, rechnet sich der Aufwand nicht. Und noch keinem sozialistisch geführten Staat ist es gelungen, die unglaublich ungerechte Verteilung des Besitzes zu ändern.

    Also bleibt nur die Umverteilung von den arbeitenden Menschen zu denen, die nicht arbeiten. In meiner Jugend hat die SPÖ noch den Leistungsgedanken gefördert!

    Herbert Weiss,

    per E-Mail




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2019-01-04 10:59:14
    Letzte Änderung am 2019-01-04 11:05:14


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