• vom 10.01.2019, 12:35 Uhr

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    Revolution der "Gelbwesten": Wandgemälde des Künstlers Pascal Boyart (alias PBOY) in Paris. - © Reuters/Tessier

    Revolution der "Gelbwesten": Wandgemälde des Künstlers Pascal Boyart (alias PBOY) in Paris. © Reuters/Tessier

    Zum Leitartikel von Walter
    Hämmerle, 9. Jänner

    Gewalt als Zeichen
    gegen soziales Unrecht


    Walter Hämmerle treibt die Gewaltbereitschaft in der politischen Auseinandersetzung um. Alles, was er dabei vorbringt, hat Hand und Fuß, bis auf das Gleichsetzen von Wut und Verzweiflung. Ob man wegen politischer Divergenzen ausrastet oder als Auflehnung gegen soziales Unrecht, ist eben nicht alles eins.

    Wer möchte Jacquelin Gourault, Frankreichs Ministerin für den territorialen Zusammenhalt, widersprechen, wenn sie sagt, die Gewalt in den Reihen der "Gelbwesten" sei antidemokratisch. Richtig! Aber eben doch nur die eine Seite der Medaille. Wer sie nämlich umdreht, muss erkennen, wie ein Heer Unterprivilegierter trotz Ganztagsjob die Gegenwarts- und Zukunftsperspektive verliert und der Mittelstand abrutscht. Politiker, die dies zulassen, handeln ebenfalls antidemokratisch und haben soziale Benachteiligung noch nicht als Unrecht begriffen. Deshalb müssen die Gewaltexzesse der Gelbjacken endlich als Ultimatum der Massen an den Staat begriffen und seine paneuropäische Dimension gesehen werden.

    Latent gefährdet die soziale Schieflage zwischen Kattegat und Sizilien, der irischen Atlantikküste und dem Kaukasus unsere Sicherheit mehr als allseitige Waffenarsenale und unkontrollierte Zuwanderung.

    Werner Stanzl,

    per E-Mail

    Zum Gastkommentar von
    Max Haller, 3. Jänner

    Krieg, Nationalismus
    und Demokratie

    Max Hallers Ablehnung der These von Robert Menasse mag zum Teil richtig sein. Die Begründung dafür ist wider die Faktenlage. Eine Volksabstimmung über Krieg und Frieden hat es noch nie gegeben und das wird sich kaum ändern. Auch in der Demokratie entscheiden Eliten über einen Kriegseintritt. Die Beteiligung der USA an den zwei Weltkriegen erfolgte stets entgegen den Wahlversprechen der jeweiligen Präsidenten. Wahrscheinlich hätte 1939 sich nach dem deutschen Angriff auf Polen eine Mehrheit im Vereinigten Königreich oder in Frankreich gegen die Beteiligung am Krieg ausgesprochen, die demokratischen Eliten wollten das aber, wie man wohl sagen kann, zu Recht.

    Grotesk sind die Hallerschen Beispiele für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Sicher gab es überall, daher auch in Österreich-Ungarn und Deutschland maßgebliche Leute, die meinten, jetzt sei die letzte Gelegenheit, einen Krieg erfolgreich zu führen. Das hatte aber mit nationalistischem Machtstreben wenig zu tun; die Mittelmächte wollten 1914 ihre Gebiete nicht erweitern.

    weiterlesen auf Seite 2 von 2




    Schlagwörter

    Leserbriefe, Soziales, Brexit

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    Dokument erstellt am 2019-01-10 12:47:20



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