• vom 17.05.2012, 15:33 Uhr

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Update: 18.05.2012, 16:12 Uhr

Lehrerdienstrecht

Leserbriefe 18.5.




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    Kürzere Lehrerferien bringen Lehrermangel


    Als Englisch- und Spanischlehrerin an einer BHS möchte ich klarstellen, was außerhalb der 20 Unterrichtsstunden von Lehrern zu bewältigen ist. Auch als routinierte Lehrerin benötige ich im Schnitt eine halbe Stunde Vorbereitung pro Stunde.

    Ich pflege effizient zu arbeiten, aber Folgendes geht nicht schneller: das Zusammenstellen von Schularbeiten, Tests, mündlichen Prüfungen, Matura, Übungsblättern; Auswählen und Lesen von Lektüre sowie Erstellen von Arbeitsblättern; Entwerfen von Sprachspielen und Aufträgen für das Offene Lernen; Kopieren von Unterrichts-Materialien; Gespräche mit Kollegen zur Planung von Lernzielen.

    Trotz geteilter Gruppen unterrichte ich insgesamt ungefähr 120 Schüler. Das bedeutet jährlich eine Korrektur von 15 Maturaarbeiten, 240 Schularbeiten, 360 Tests, 1.440 Vokabelüberprüfungen und 1.200 Hausübungsaufsätzen), was etwa 17 Wochenstunden entspricht.

    Es ist unmöglich, zeitgleich das Nachmittagsprogramm für Schüler zu managen, denn diese Korrekturen erfordern Ruhe und Konzentration.

    Darüber hinaus gibt es sieben Konferenzen pro Jahr, drei Halbtage schulinterne Fortbildung, zwei Elternabende, zwei Elternsprechtage, 40 Sprechstunden, geschätzte 20 unbezahlte Supplierungen, Schulwerbung, Aufnahmeverfahren für neue Schüler, Planungen von Sprach- und Sportwochen, Vorbereitungen auf Sprachzertifikate, Hilfe bei Auslandspraktika, Schüler- und Elterngespräche wegen Leistungen oder Verhaltensproblemen.

    Alles zusammengerechnet ergäbe das, sogar bei nur fünf Wochen Urlaub, eine gute 50-Stunden-Woche.

    Man sage mir, welche dieser Aufgaben ich einsparen könnte, damit ich annähernd auf eine 40-Stunden-Woche käme? Als engagierte, begeisterte Lehrerin wird es unmöglich für mich sein, diesen Beruf unter den angekündigten Bedingungen weiter auszuführen.

    Auch Lehrer mit weniger Korrekturarbeit, die oft im Unterricht mit ganzen Klassen noch mehr gefordert sind, brauchen die paar extra Wochen, um diesen Beruf psychisch und physisch gesund etliche Jahre ausüben zu können. Verkennt man denn völlig, welchen Kraftaufwand es bedeutet, täglich 25 bis 35 mitunter auch unwilligen und schwierigen Jugendlichen gegenüberzustehen? Dieser Beruf gehört zu den besonders Energie raubenden, das wird auch eine neue Lehrerausbildung nicht ändern.

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2012-05-17 16:38:02
    Letzte Änderung am 2012-05-18 16:12:21


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