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Update: 27.09.2012, 14:41 Uhr

Islam

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  • Liberalisierung der Fortpflanzungsmedizin



Zum Artikel von Eva Stanzl, 22. September
Die moralische Position
von Embryonen

Wenn der Embryo "keine moralische Position hat, die losgelöst von der Bedeutung ist, die er für die bereits geborenen Menschen hat", dann wird das Lebensrecht eines neuen Menschen an die Ideen und Träume seiner zukünftigen Eltern gekoppelt. Wenn die nicht wollen, hat das dann vielleicht Vorrang. Der Embryo hat aber keine Stimme, die sein Lebensrecht einfordert. Sehr bedenklich.


Eduard Habsburg,
per E-Mail

Selektion von Embryonen als Vorsorgemedizin

Das Problem mit der PID ist, dass man Menschen selektiert, auch solche, die nicht schwer behindert sind. Es werden Embryos mit Brustkrebsgen nicht implantiert und weggeworfen, obwohl diese Krankheit bei vorhandenem Gen nicht ausbrechen muss und außerdem heilbar ist.
Es gibt eine Tendenz, nicht nur schwere Behinderungen, sondern auch Krankheiten, die erst im vierzigsten Lebensjahr auftreten, als Ausscheidungsgrund für die Implantierung zu akzeptieren und die somit das Todesurteil für den Embryo bedeuten. Wir machen uns wieder einmal zu Herren über Leben und Tod.
Gerade im Bereich Krebs gibt es viele neuer Erkenntnisse und Therapieformen. In der Diskussion werden von den Verfechtern der PID nur die extremen Fälle von Behinderungen angeführt. Bei näherem Nachfragen stellt sich heraus, dass da sehr wohl auch andere, weniger schwere Krankheiten und dadurch auch Menschen ausgesondert werden sollen.
Hier muss man aufpassen, da schleicht sich einiges durch die Hintertür ein, was wir später dann so nicht gewollt haben. Mir missfällt auch, dass hier Menschen zum Spielball im Reagenzglas werden.

Harald Schuller,
4540 Bad Hall

Familienleben mit behinderten Kindern

Ich kenne einige Familien, die mit einem behinderten Kind leben. Ich kann nicht sagen, dass diese Familien unglücklich sind, ganz im Gegenteil, sie scheinen durch die ungebrochene, reine Liebe dieses Kindes besonders gestärkt zu sein.
Wer kann es wagen, diese Kinder als nicht lebenswert zu bezeichnen, wer hält sich für denjenigen, der über Leben und Tod entscheidet? Wer kann einem solchen Menschen in die Augen schauen und ihm sagen, dass er es nicht wert ist zu leben? Das würde natürlich niemand wagen, aber feige ein solches Kind auszusortieren, das ist leicht.

Leni Kesselstatt,
8160 Weiz

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Neues Erscheinungsbild der "Wiener Zeitung"

Die geänderte Form der "Wiener Zeitung" wurde in Zuschriften mehrfach begrüßt, dem Lob schließe ich mich gerne an. Mein Beitrag zur Kritik betrifft die zu häufige Unterlegung einzelner Artikel oder Kolumnen mit wechselnden Farben in den Themenbereichen, die meines Erachtens unnötig ist, eigentlich nichts bewirkt und den guten Gesamteindruck des Blattes garantiert nicht erhöht, eher sogar beeinträchtigt. Internationale Qualitätszeitungen kommen ohne dem aus.

Rudolf Ulrich,
D-82031 Grünwald

*

Ich war jetzt 15 Tage verreist und habe seit heute wieder meine Tageszeitung. Das neue Outfit gefällt mir sehr. Auch die Europa-Fahne neben unserem Adler ist eine gute Idee. Die Gliederung ist jetzt sehr übersichtlich, die blaue statt der grauen Unterlegung gefällt mir auch besser. Die "sanfte" Veränderung ist gut gelungen.

Dr. Christel Hirn,
per E-Mail

Zum Artikel von Arian Faal, 15. September
Stadtporträt "Teheraner Turbulenzen"

Der unstrukturierte Artikel ist voll Belanglosigkeiten wie zum Beispiel über Leute, die Fake-Marken tragen.



Oder das Zitat "Teheran ist eine Stadt der Gegensätze, doch wer Geld hat, kann hier königlich leben". Das trifft bitte auf welche Stadt der Erde nicht zu?
Gute Stadtporträts schauen anders aus, etwa die alten ORF-"Diagonal"-Sendungen oder die "Stadtbauwelt" aus Berlin, bei einigen war ich selbst als Autor und Sprecher beteiligt.
Man kann schon eine differenzierte oder atmosphärische Sicht einer Stadt präsentieren, aber eine Aneinanderreihung von banalen Bemerkungen ohne Tiefgang bezüglich Ursachen und Auswirkungen ist erkenntnisfrei und entspricht nicht dem Niveau der "Wiener Zeitung".
Schlimmer noch ist die fehlende Distanz: Die verdächtige Lobhudelei am Anfang und am Ende des Artikels über den "allseits beliebten" Teheraner Bürgermeister deutet auf eine "verseuchte" Reportage hin.

Dr. Ramesh Kumar Biswas
1040 Wien

Britische EU-Ambivalenz als Selbstschutz

Großbritannien ist aufgrund seiner Geschichte und den bestehenden Überseegebieten im Rahmen des Vereinigten Königreiches mit den übrigen Staaten Europas kaum vergleichbar. Nur durch eine weitgehende Autonomie dieser Gebiete, welche sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, war das Überleben des Vereinigten Königreiches möglich.
Im Gegensatz dazu entwickelt sich die EU zu einen Zentralstaat, wo möglichst viel Macht in Brüssel konzentriert werden soll, was der bisherigen Strategie der britischen Krone - der Verhinderung von Abspaltungen durch Gewährung von Autonomie - diametral entgegensteht.
Mit anderen Worten gefährdet jegliche Machtkonzentration in Brüssel das Vereinigte Königreich, womit sich die Briten in Wahrheit zwischen dem Vereinigten Königreich mit all seinen Überseegebieten oder einem europäischen Großbritannien mit einer starken Zentralregierung in Brüssel entscheiden müssen.
Der ursprüngliche Gedanke der EU war der lose Zusammenschluss von souveränen Staaten und dies war auch mit dem britischen Commonwealth vereinbar.
Die Problemverursacher sind nicht die Briten, sondern jene Staaten, die die vereinbarten Regeln nicht eingehalten haben, wodurch die Existenzkrise ausgelöst wurde, die man durch einen Wechsel vom Staatenbundkonzept zum Bundesstaatenkonzept zu lösen versucht, was wie oben beschrieben zu einen britischen Abwehrkampf führen muss.

Mag. Robert Cvrkal,
per E-Mail

Das Scheitern der Marktwirtschaft

Heute ist offenbar, dass der Wohlstand der Länder Nordamerikas und Europas unter anderem durch die Ver- oder Überschuldung der Staaten zustande kam. Die Euro-Krise hat dazu geführt, dass sich die finanziell starken Institutionen und Personen, bei welchen sich die Staaten Geld leihen, Sorgen um den Ertrag ihres Kapitals machen. Und diese finanzstarken Personen und Banken, verlangen von jenen Ländern, bei welchen die Bezahlung ihrer Schulden immer fragwürdiger wird, höhere Kreditzinsen, wohl mit dem Hintergedanken, dass diese Wackelkandidaten woanders billigeres Geld auftreiben mögen, um die bereits bestehenden Zahlungsverpflichtungen bedienen zu können. Wenn sich denn jemand finden sollte, der bereit wäre, das immer höher werdende Risiko zu tragen.
Die Unruhe, welche in Wirklichkeit keine Eurokrise, sondern eine Krise des globalen Finanzsystems ist, ist wie folgt entstanden: Ihre Entwicklung war von jedem vorauszusehen, besonders von den Ratingagenturen, die ja auch zu Warnung verpflichtet sind und dafür bezahlt werden.
Das Schuldenmachen wird schwerer, die Zinsen werden höher, es muss gespart werden, Arbeitsplätze gehen verloren, Löhne werden geringer, Einnahmen fallen, der Staat hat noch weniger Geld und damit ist die Abwärtsspirale nicht mehr zu bremsen.
Solches wird auch in anderen Ländern geschehen. Für meine Ansicht spricht auch die Uneinigkeit der Experten, was denn nun gegen diese Gefahren zu tun sein könnte.
Die beschriebene Teuerung wird noch dadurch verstärkt werden, dass in den noch reichen Ländern die in den letzten Jahrzehnten geschaffenen Arbeitsplätze wieder verschwinden werden, weil sich die Normalbürger den Luxus immer weniger leisten werden können. Darüber hinaus sind die vorhandenen Arbeitsplätze immer mehr prekäre, mit Leiharbeitern besetzte oder Teilzeitarbeitsplätze. Wieder mehr Arbeitslose, wieder weniger Geld im Umlauf, wieder weniger Konsum, die nächste Abwärtsspirale. Und wieder wird niemand wissen, wie dieser Entwicklung begegnet werden könnte.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-09-27 12:56:05
Letzte Änderung am 2012-09-27 14:41:09


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