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Update: 04.03.2013, 15:03 Uhr

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Leserforum: Iran, Karikatur, EU-Rettungsschirm




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  • Leserbriefe vom 5.3.



Zum Interview mit dem iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi, 1. März 2013
Der iranische Don Corleone


Man könnte denken, es spricht Don Vito Corleone aus Francis Ford Coppolas "Der Pate", doch es ist Irans Außenminister Ali Akbar Salehi: Angesprochen auf Kritiker des Regimes, die wie das Bündnis "Stop the Bomb" anlässlich seines erneuten Wien-Besuches forderten, dass die EU-Staaten endlich Kanadas Beispiel folgen und die diplomatischen Beziehungen zum Iran abbrechen, sagte er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" ganz in Mafia-Manier, "diese Gruppen" sollten bei ihren "Entscheidungen immer Vorsicht und Weisheit walten lassen". Sonst gerate "man in Problemsituationen (...) Mein Rat an diese Gruppen ist, (...) rationaler und vorsichtiger zu sein".

Die Äußerungen Salehis zeigen abermals, dass man mit Vertretern der Diktatur der Ayatollahs und Revolutionswächter, die für die Ermordung zehntausender iranischer Oppositioneller und auch zahlreiche Attentate in europäischen Ländern verantwortlich sind, keinen Dialog führen kann. Man muss versuchen dazu beizutragen, dass sie möglichst bald ihre mörderische Ideologie nicht mehr weiter in die Tat umzusetzen können und dass dieses Regime, dessen Atomprogramm eine massive Gefahr für den Westen, die iranische Bevölkerung und die Staaten der Region ist, endlich gestürzt wird.
Warum aber fragen Journalisten nicht nach, was Salehi denn genau meint, wenn er Regimegegnern öffentlich ausrichtet, sie sollten "vorsichtig" sein? Und warum fühlt sich Österreichs Außenminister Michael Spindelegger, den Salehi in Wien zu Gesprächen getroffen hat, zu keinem Statement veranlasst, wenn der iranische Chefdiplomat seinen Besuch dazu nutzt, österreichischen Staatsbürgern in Aussicht zu stellen, sie könnten "in Problemsituationen" geraten?
Es gibt aber auch in Österreich Menschen, die mit gutem Beispiel vorangehen: Der Iranistik-Professor und Präsident der Österreichischen Orient-Gesellschaft Bert Fragner erklärte vorige Woche nach einer Intervention von "Stop the Bomb" gegen eine zuvor öffentlich angekündigte Kooperation mit den Repräsentanten des iranischen Regimes: "Wir stornieren jegliche Zusammenarbeit mit den iranischen offiziellen Stellen in Wien." Geht es nach Salehi, muss nun wohl auch der Professor "Vorsicht walten lassen" und damit rechnen, in "Problemsituationen" zu geraten. Es fragt sich, was Österreichs Politik dagegen unternehmen wird.
Erst vor zwei Wochen wurden zwei Mitarbeiter der iranischen Botschaft in Madrid von der Polizei verhaftet, weil sie iranische Asylbewerber in Spanien systematisch ausspioniert und bedroht hatten. Gegen die Botschaft in Wien und gegen ihre Kulturabteilung, von der iranische Oppositionelle nur als "Spionagenest" sprechen, gibt es seit Jahren ganz ähnliche Vorwürfe. Eine adäquate Reaktion auf die aktuellen Drohungen Salehis wäre es, die Botschaft des iranischen Regimes endlich zu schließen.

Simone Dinah Hartmann,
Sprecherin des europaweiten Bündnisses "Stop the Bomb" und Mitherausgeberin von "Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung" (Studienverlag).

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Zur Karikatur von Daniel Jokesch, 1. März
Die niederösterreichische Landesschildkröte

Ich möchte betonen, dass die Karikatur von Daniel Jokesch verdient, als die beste dieses Jahres ausgezeichnet zu werden!

Christine Preyer,
per E-Mail

EU schadet Marktwirtschaft durch Rettungsmilliarden

Die Rettungsmilliarden über EFSF, ESM und EZB haben den Zweck gehabt, die Bankeigentümer und die Gläubiger der Banken finanziell schadlos zu halten.
In einer Marktwirtschaft müssten diejenigen ihr Kapital verlieren, die sich verzockt oder Fehlinvestitionen getätigt haben.
Genau dieses marktwirtschaftliche Prinzip wurde von der EU bei der sogenannten Rettung Irlands, Spaniens, Griechenlands außer Kraft gesetzt. Vielmehr müssen die Steuerzahler in diesen Ländern die Verluste der Banken bezahlen.

Stephan Achner,
per E-Mail




Schlagwörter

Leserforum, Leserbriefe, Iran

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Dokument erstellt am 2013-03-04 13:32:04
Letzte Änderung am 2013-03-04 15:03:16



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