• vom 26.05.2015, 15:55 Uhr

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Update: 27.05.2015, 09:50 Uhr

Leserbriefe

Leserforum: ÖH-Wahl, Banken, Gedenken




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    Wahlen der ÖH in einem Wahllokal an der Universität Wien. - © Foto: apa/Roland Schlager

    Wahlen der ÖH in einem Wahllokal an der Universität Wien. © Foto: apa/Roland Schlager

    Niedrige Beteiligung an der ÖH-Wahl

    Studierende kümmern sich darum so wenig um die Wahl ihrer Vertreter, weil sie das Gefühl haben, dass sich ebendiese nicht um sie kümmern; die ÖH scheint ein Musterbeispiel für fehlende Präsenz zu sein. Wie und bei welchen Themen die Studierenden gerne mehr umsorgt werden möchten, ist aber auch mir als ehemals in der ÖH Aktivem immer ein Rätsel geblieben. Dabei wäre es ein Leichtes, diese Wünsche zu formulieren, denn an Möglichkeiten der Einbringung mangelt es nicht - nur werden sie de facto nicht genutzt.
    Ein Studium soll vor allem Selbstbestimmung sein, die Uni ist ein Ort der Freiheit und der Freiheiten. Aktuelle Strukturen allerdings verstümmeln diese: Durch starre Curricula und finanzielle und zeitliche Auflagen hat das Studium in den Augen vieler gerade wenig mit Freiheit zu tun. Man macht sich Stress und will so schnell wie möglich ins "richtige Leben". Wen wundert da ein Desinteresse an der ÖH, dem Kindergarten der Politik?
    Nur: Wer nicht wählt, wählt auch; und hinterlässt eine Vertretung (und eine Politik), die den Vertretenen gar nicht entspricht.


    Daniel Blümel,
    1030 Wien

    Verweigerung der Studenten als demokratisches Signal

    Ein eindeutiges Signal, dass die Demokratie in ihrer jetzigen Form bei der Bevölkerung nicht mehr ankommt. Es wurde verabsäumt, die Bürger in den politischen Prozess mit einzubeziehen. Es ist zu wenig, in einem Wahljahr das Blaue vom Himmel zu versprechen, um es nach dem Urnengang schnell wieder zu vergessen.
    Auch die vielen Korruptionsskandale haben dazu beigetragen, dass das politische Interesse der Staatsbürger gegen null tendiert. Die Politikergeneration der ersten Jahrzehnte der Zweiten Republik trat als Gestalter auf und führte unser Land zu Wohlstand, doch diese Ära ging mit Bruno Kreisky zu Ende. Seitdem sind keine Gestalter mehr am Werk, sondern nur noch Verwalter. Sie verwalten ihre eigene Macht, bereichern sich und verteidigen ihre Privilegien, das Volk dürfte ihnen aber, außer es ist ein Wahljahr, so ziemlich egal sein. Es darf sich niemand wundern, dass die Menschen von solch einer politischen Unkultur mittlerweile die Schnauze voll haben. Entweder wir reformieren unsere Demokratie oder wir wachen in einer Diktatur auf.

    Thomas Richter,
    per E-Mail



    Zum Artikel von Karl Leban, 22. Mai
    Falsche Strategie bei Ostgeschäften der Banken

    Ja, die Gier ist halt ein Luder - auch für Banken. Die österreichischen Banken haben geglaubt, die goldenen Eier sind ist Osten vergraben und sie brauchen diese nur auszugraben. Einige Jahre hat man an den Kreditzinsen schön verdient - aber dass Kredite auch zurückgezahlt werden müssen, dürfte sich bei den Kreditnehmern im Osten noch nicht so recht herumgesprochen haben. Der klare strategische Fehler der Banken war es, sich viel zu stark im Osten engagiert zu haben.

    Walter Wolf,
    per E-Mail

    Zum Artikel von Fabian Kretschmer, 19. Mai
    Gedenken an Massaker in Gwangiu



    Ich möchte der Redaktion der "Wiener Zeitung" meine Anerkennung - besonders was die Hintergrundberichterstattung zu Auslandsthemen betrifft - aussprechen. Während Medien sich alljährlich in Erinnerungen und Gedenken an das Massaker am Tienanmen-Platz ergehen, wird das Massaker des südkoreanischen Militärs gegen hundertausende Demonstranten in Gwangju, die von den USA unterstützte Militärdiktatur, geflissentlich verschwiegen. Massakern, die unter "Aufsicht" und stillschweigender Billigung der USA begangen wurden, wird kein Gedenken gewidmet. Die "Wiener Zeitung" ist eine rühmliche Ausnahme am Zeitungsmarkt. Ich empfehle sie in meinem Bekanntenkreis weiter, da vielen Zeitgenossen das zweierlei Maß, das sich in der medialen Berichterstattung findet, nicht nur aufgefallen ist, sondern schwer auf die Nerven geht! Sehr gute journalistische Arbeit!

    Max Cholewka,
    1220 Wien




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2015-05-26 15:59:10
    Letzte Änderung am 2015-05-27 09:50:34



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