• vom 09.08.2018, 15:36 Uhr

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    Das Belvedere-Stöckl wird ein Gastronomiebetrieb. - © Daniel Bischof

    Das Belvedere-Stöckl wird ein Gastronomiebetrieb. © Daniel Bischof

    Das Palais Schwarzenberg, in dessen Garten das Stöckl liegt.

    Das Palais Schwarzenberg, in dessen Garten das Stöckl liegt.© apa/Herbert Pfarrhofer Das Palais Schwarzenberg, in dessen Garten das Stöckl liegt.© apa/Herbert Pfarrhofer

    Ein übergroßes Lokal in einem historischen Gartenensemble

    Nun wurde es Gewissheit: Die für die Errichtung einer Großgastronomie nötigen Bewilligungen in einer der bedeutendsten historischen Gartenanlagen Österreichs wurden erteilt. Von der Baubehörde, vom Bundesdenkmalamt und als Betriebsanlage bewilligt, werden auf der dritten Ebene des barocken Terrassengartens des Gartenpalais Schwarzenberg im neubarocken Belvedere-Stöckl eine Kleinbrauerei eingerichtet, in einem Neubau dahinter das Gasthaus mit 396 Plätzen betrieben und im Grünen Tische und Sitze für 484 Gäste aufgestellt. 365 Tage im Jahr, von 8 bis 24 Uhr wird das Lokal geöffnet sein.


    Seit Bekanntwerden des Projektes im September 2017 hat sich die Österreichische Gesellschaft für historische Gärten nie gegen eine Wiederbelebung des mehr als 20 Jahre leerstehenden, einst als Gasthaus geführten Belvedere-Stöckls ausgesprochen, sie legt aber seit Monaten ihre Einwände gegen dieses Vorhaben dar: Ein Teilbereich des terrassierten Gartengefüges aus vier Ebenen wird durch das Projekt entscheidend in Mitleidenschaft gezogen werden. Keine Genehmigung erhielt die geplante, aufgeständerte Holzkonstruktion als Terrasse für 260 Verabreichungsplätze oberhalb der hochbarocken Oberen Kaskade im als Parkschutzgebiet gewidmeten Gelände. Nun werden diese Plätze sowie zusätzliche 224 Plätze auf der Freifläche um den Neubau untergebracht.

    In ganz Österreich blieben nur drei hochbarocke, mit Wasserspielen ausgestattete Terrassengärten erhalten: der Garten des Schlosses Schloßhof, der Garten des Belvedere und der Schwarzenberggarten. Der Österreichischen Gesellschaft für historische Gärten ist es unbegreiflich, dass, obwohl das gesamte Areal vierfach geschützt ist, es offenbar trotzdem möglich ist, von den Behörden die Realisierung dieser Großgastronomie zugestanden zu bekommen: Außer einigen wenigen bebaubaren Bereichen unterliegt die ganze Fläche des Schwarzenberggartens der Widmung "Parkschutzgebiet" , gemäß der Wiener Schutzzonenverordnung ist der Garten Teil der "Schutzzone Rennweg", er ist in sämtlichen ober- und unterirdischen baulichen Teilen (nicht in seinem Pflanzenbestand) seit 1923 denkmalgeschützt und ist seit 2001 Teil der Kernzone des von der Stadt Wien beantragten Unesco-Weltkulturerbes "Historisches Zentrum von Wien".

    Die Stadt Wien ist nun "Vorreiter" für die Genehmigung eines solchen übergroßen Betriebes in einem historischen Gartenensemble von Weltrang. Möglich gemacht hat das wohl weltweit ohne Beispiel dastehende Großgastronomieprojekt jedoch ebenso die missliche Gesetzessituation der historischen Gärten Österreichs: Das Bundesdenkmalamt legte im Jahr 1999 wegen der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes für historische Gärten eine Liste von nur 57 Anlagen vor. Wenn diese Gärten in allen ihren künstlerischen, künstlichen und natürlichen Elementen geschützt werden sollen, ist dazu das Einverständnis ihrer Besitzer nötig. Bis heute liegt dieses Einverständnis für den Schwarzenberggarten von Seiten der Fürstlich Schwarzenberg’schen Familienstiftung nicht vor.

    ao. Univ.-Prof. Dr. Eva Berger,
    ehrenamtliche Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft für historische Gärten

    Gefahren und Kontrollen
    im Straßenverkehr

    Keine Frage, auch Radfahrer haben sich an die Verkehrsregeln zu halten, aber um das Thema in Relation zu setzen sei bemerkt, dass die meisten Unfälle zwischen Autofahrer verursacht werden. Die schweren Unfälle und Todesfälle von Radlern in jüngster Vergangenheit, verursacht durch unaufmerksam abbiegende Kfz-Fahrer, sind doch wohl noch in Erinnerung.

    Den Verfechtern einer Nummernschildpflicht für Radler sei gesagt, dass diese Autofahrer auch nicht davon abhält, gegen Verkehrsregeln zu verstoßen. Die Polizei sollte sich in erster Linie um Autos kümmern, denn diese haben ein viel größeres Gefährdungspotenzial als Radler und Fußgänger. Wann wird denn nun einmal endlich gegen Falschparker auf Fuß- und Radwegen vorgegangen? Autos sind eben gefährlicher als Fahrräder.

    Ernst Pitlik,

    1220 Wien




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    Dokument erstellt am 2018-08-09 15:44:33


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