• vom 02.12.2015, 09:22 Uhr

Reisende

Update: 02.12.2015, 09:59 Uhr

Christoph Karrasch

In 10 Tagen um die Welt




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Sabine Ertl

  • Der Reisejournalist und Videoblogger Christoph Karrasch über seine zehntägige interaktive Weltreise über alle fünf Kontinente, ein adrenalinreicher Spaßtrip, der auch zeigt, dass die Erde ein guter Ort ist.

Christoph Karrasch am Königspalast in Bangkok.

Christoph Karrasch am Königspalast in Bangkok.© C. Karrasch Christoph Karrasch am Königspalast in Bangkok.© C. Karrasch

"Wiener Zeitung": Sie sind in 10 Tagen um die Welt gereist. Ein solches Vorhaben bedarf einer ausgeklügelten Planung.

Christoph Karrasch: Jein. Erst einmal habe ich eigentlich gar nicht so viel geplant. Für das Projekt "In zehn Tagen um die Welt" habe ich lediglich festgelegt, dass meine Follower sämtliche Eckpunkte dieser Reise bestimmen. Sie haben die Route bestimmt und sie haben mir Aufgaben gegeben. Als dann aber die Orte und Challenges feststanden, ging bei mir natürlich die konkrete Planung los – und: Ja, die hatte es in der Tat in sich.

Wo wurden Sie denn während #10Tage hingeschickt und was sollten Sie dort für Aufgaben erfüllen?


Mir war wichtig, dass – abgesehen von Europa – alle fünf Kontinente abgedeckt sind. So sind es nach der Stimmauszählung diese Städte geworden: Lima, Las Vegas, Auckland, Kathmandu und Kapstadt. Bei den Aufgaben fand ich es spannend zu beobachten, ob das Ganze einfach nur ein adrenalinreicher Spaßtrip um die Welt werden oder auch ein wenig in die Tiefe gehen soll. Es hat sich gezeigt, dass sich meine Follower einen Mix aus beidem gewünscht haben: In Las Vegas sollte ich in einer Show in Las Vegas auftreten und in Auckland von einem Turm runterspringen, in Kathmandu und Kapstadt lauteten die Aufgaben dagegen zum Beispiel: Tue etwas Gutes.

10 Tage sind für den im Alltag lebenden Menschen eine kurze Zeitspanne. Hat sich Ihr Zeitempfinden seit dieser Reise nicht etwas relativiert, sprich: aus einer Sekunde wird eine Minute, aus einer Minute eine Stunde, aus einem Tag eine Ewigkeit? Hat der Moment an und für sich nun eine ganz andere Bedeutung für Sie?

Was mir das Projekt definitiv gezeigt hat ist, was man an einem Tag alles schaffen kann, wenn man ihn wirklich anpackt. Es gab unterwegs so viele Momente, in denen ich dachte: Es kann doch nicht sein, dass dieses und jenes erst heute morgen stattfand. Dinge vom selben Tag fühlten sich manchmal an wie drei Tage her. Und das spürt man glaube ich auch, wenn man das Buch liest – ich habe sehr oft das Feedback bekommen, dass man das "Komm, los geht’s!"-Prinzip meiner Reise sehr gut auf den Alltag übertragen kann. Einfach mal machen und nicht immer sagen: "Ach, das schaffe ich heute ja eh nicht mehr..."

Ist in der Kürze dieser Reise so etwas  wie ein mit "Körper und Seele" Ankommen überhaupt möglich?

Nein, ganz sicher nicht. Man darf nicht vergessen, dass #10Tage ein Projekt war, ein Event – es ist nicht die neue Art zu reisen, und das ist auch gut so. Interessant fand ich aber auf jeden Fall zu sehen, wie lange diese verhältnismäßig kurze Reise in meinem Kopf nachgewirkt hat. Ich war nach meiner Rückkehr über drei Monate täglich mit dem Verarbeiten der Eindrücke beschäftigt.

Was motiviert Sie, was treibt Sie an?

Es klingt wahrscheinlich wahnsinnig pathetisch, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Erde ein guter Ort ist, dass das, was wir in den Nachrichten hören, zwar leider wirklich real, aber keinesfalls repräsentativ ist. Ich möchte mit meiner Arbeit, den Büchern und Filmen, zeigen, dass es eine viel stärkere andere Seite gibt – dass die Erde faszinierend und die Menschen gut sind.

Und: Macht Reisen nicht gierig – man will immer mehr davon haben, mehr sehen, erleben?

Auf jeden Fall. Reisen befriedigt viele meiner Bedürfnisse. Allerdings hat genau das auch einen sehr hohen Suchtfaktor.

Woran arbeiten Sie im Moment – haben Sie neue Reisepläne? Ist Ihr Zukunftsprojekt noch dichter gepackt?

Nein nein, es wird jetzt selbstverständlich wieder ruhiger. Nachdem an Silvester der #10Tage-Film auf N24 gelaufen sein wird, mache ich mich für den Sender auf die Reise, um ein neues Reiseformat zu produzieren. Es wird "Kleine Welt" heißen und Menschen über mehrere Kontinente miteinander verbinden – so viel kann ich schon mal verraten.


Video auf YouTube





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-12-02 09:23:02
Letzte Änderung am 2015-12-02 09:59:54


Twitter Wall


Werbung




Werbung