"Sein großes, durchdringend feuriges Auge hat etwas dämonisch Unheimliches", schrieb ein deutscher Spitzel im Jahr 1852 über den deutschen Universalgelehrten Karl Marx, um gleich daran hinzuzufügen: "Man sieht ihm übrigens auf den ersten Blick den Mann von Genie und Energie an; seine Geistesüberlegenheit übt eine unwiderstehliche Gewalt auf seine Umgebung aus ."

Zu seinem 130. Todestag ehrt man in Deutschland den in Trier geborenen Karl Marx mit einer Sonderausstellung. "Ikone Karl Marx – Kultbilder und Bilderkult" lautet der Titel der Sonderschau, die bis 18. Oktober im Stadtmuseum Trier zu sehen ist. Dabei stehen aber weniger seine Philosophie und ökonomischen Lehren im Mittelpunkt, als vielmehr seine bildliche Darstellungen in allen möglichen Facetten. Rund 140 Leihgaben aus unterschiedlichen Ländern dokumentieren hierbei, wie sich Karl Marx in Wandel der Zeit von einer politischen Ikone zur Werbe-Ikone entwickelt hat.

Weißer Rauschebart

Mal greifen Karikaturen sein markantes Gesicht mit dem auffälligen, weißen Vollbart auf, mal erscheint Marx erscheint in YouTube-Filmen und aktuellen Werbespots. Die schwedische Möbelhauskette IKEA baute 2009 vor einer öffentlich aufgestellten Marx-Büste ihren neuen Einrichtungskatalog auf und warb gar mit dem Slogan "Wie man gute Ideen erfolgreich umsetzt".

Der inhaltliche Bogen der Sonderschau spannt sich von frühen Fotografien über Beispiele der Historienmalerei im Gefolge der russischen Oktoberrevolution und später in der DDR sowie den Ausprägungen in der künstlerischen Moderne. Für Letztere stehen so gegensätzliche Künstler wie Heinrich Zille, Max Pechstein und John Heartfield, aber auch die Rodin-Schülerin Anna Golubkina. Zu sehen sind des weiteren Werke von Frida Kahlo, Alfred Hrdlicka, Johannes Grützke oder Jonathan Meese.

Begleitet wird die Ausstellung von zahlreichen Veranstaltungen, angefangen von "World Wide Marx: Karl Marx im Web 2.0" über Karl Marx - Denkmal und Denkmalsturz bis hin zu der Podiumsdiskussion "Karl Marx, die Sozialdemokratie und die Gesellschaft heute".

Information:
Ikone Karl Marx – Kultbilder und Bilderkult
Ausstellung im Trierer Stadtmuseum Simeonstift, Deutschland.
17. März bis 18. Oktober 2013

Link: Museum Trier