Wien. Rechte "Identitäre" marschierten am Samstag in Wien auf und waren Anlass für eine antifaschistische Gegendemo. Friedlich lief das nicht ab: Demo-Teilnehmer berichteten vom Einsatz von Pfefferspray, Festnahmen und "prügelnden" Polizisten. Die Polizeisprecherin wiederum erklärte, es habe "massive Übergriffe auf Polizeibeamte" gegeben. 37 Festnahmen wurden bestätigt und auch, dass eine Demonstrantin verletzt worden sei. Beim Volkstheater wurde Pfefferspray eingesetzt.

Die Polizei spricht von 400 linken Demonstranten und 100 "Identitären". Nach Angaben der Veranstalter waren rund 1.000 Personen an der Demo beteiligt, es sei "der erste Aufmarsch von Rechtsextremen in Österreich seit Jahrzehnten" gewesen. Gegen die Polizei wurden schwere Vorwürfe erhoben: "Völlig wahllos wurde auf Menschen eingeprügelt".

Veranstalter und VSStÖ fordern nun politische Konsequenzen von der rot-grünen Stadtregierung, der "Antifaschismus kein Anliegen" sei, wie die "Offensive gegen Rechts" kritisierte. Die Sozialistische Jugend (SJ) forderte in einer Aussendung den Rücktritt des Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl.

Ziel der "Identitären" Demo war der Protest gegen die "herrschende EU-Politik" sowie "gegen den Vereinheitlichungswahn". "Wehr dich" war auf den Transparenten unter anderem zu lesen. Die Gruppierung versteht sich als "patriotische Jugendbewegung", die unter anderem vor "Masseneinwanderung" und "Islamisierung" warnt. Laut Polizei ist es "zu keinen Übertretungen nach dem Verbotsgesetz" gekommen.