Als "eine Stätte von "überragendem universellem Wert" bezeichnete die UN-Kulturorganisation UNESCO die Antikenstadt Palmyra (arabisch: Tadmor). Sie befindet sich in einer Oase in der syrischen Wüste, nordöstlich von Damaskus und beherbergt heute monumentale Ruinen aus dem ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung. Palmyra war damals  eines der wichtigsten kulturellen Zentren der antiken Welt, Kunst und Architektur entstanden an der Kreuzung mehrerer Zivilisationen, sie verbanden griechisch-römische Techniken mit lokalen Traditionen und persischen Einflüssen.

Bereits im zweiten Jahrtausend vor Beginn unserer Zeitrechnung erwähnt, wurde Palmyra im späten ersten Jahrhundert v. Chr. von römischen Truppen erobert, stand seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. unter römischer Hoheit und wurde Teil der Provinz Syrien. Die Bedeutung der Stadt an der Handelsstraße zwischen Persien, Indien und China und dem Römischen Reich wuchs stetig.

Ein Kolonnadenstraße von 1.100 Metern Länge bildete die monumentale Achse der Stadt, die durch Säulenquerstraßen mit Prachtbauten wie dem Tempel des Baal, dem Diokletian-Campus, der Agora, dem Theater sowie weiteren Tempeln und Stadtvierteln verbunden war.

Hybrid

Einzigartige Beispiele von Grabskulpturen vereinen die Formen der griechisch-römische Kunst mit einheimischen Elementen und persischen Einflüssen zu einem eigenständigen Stil. Außerhalb der Stadtmauern befinden sich Reste eines römischen Aquädukts und weitläufiger Nekropolen. Die Entdeckung der Ruinenstadt durch Reisende im 17. und 18. Jahrhundert beeinflusste die Baustile dieser Epochen.

Ihren Höhepunkt erlebte die Handelsmetropole unter der selbst erklärten Kaiserin Zenobia, die aber in Konflikt mit Rom geriet. Der römische Kaiser Aurelian griff 272 Palmyra an. Zenobia wurde als Gefangene nach Rom gebracht. Nach der Niederschlagung eines Aufstandes wurde Palmyra von den Römern zerstört.