Am Podium: Walter Hämmerle, Evelyn Regner, Rolf Gleißner und Johannes Kopf.  
- © Screesnhot

Am Podium: Walter Hämmerle, Evelyn Regner, Rolf Gleißner und Johannes Kopf. 

- © Screesnhot

Pandemie, Digitalisierung, Fachkräftemangel oder Lehrlingsausbildungen sind nur ein paar Herausforderungen in der Arbeitswelt Europas. Neu hinzu kommen Inflation und der Krieg in der Ukraine. "Wir sind laufend vorbereitet auf 2 Szenarien – auf ein Schönes und ein Schlimmes", sagt Johannes Kopf, Chef des Arbeitsmarktservice Österreich. "Immer wissend, jeden Moment kann was passieren. In dieser Absurdität der Situation bewegen wir uns." Zum einen der Mangel an Fachkräften und Arbeitskräften, bei gleichzeitig 50.000 Menschen in Kurzarbeit. Kopf war gemeinsam mit Rolf Gleißner von der Wirtschaftskammer, Gerald Jobst, CFO Egger Wood Products LLC in North Carolina) Evelyn Regner, Vizepräsidentin Europäisches Parlament und Mario Derntl, CEO Zukunft.Lehre.Österreich, am Podium der Veranstaltung der Österreichisch-Amerikanischen-Gesellschaft zum Thema.

Routine im Wahnsinn: Wie erlebt ein Manager diese gegenwärtige extrem volatile Situation? Gerald Jobst nahm per Zoom an der Runde teil und gab Einblicke in die Situation in den USA, wo Inflation bereits seit längerem Probleme bereitet. Er sei fast stündlich damit beschäftigt, genügend Mitarbeiter und Fachkräfte zu haben. "Die Situation ist volatil im besten Sinne und demensprechend müssen wir auch unsere Preise ausgestalten. Wir müssen die Mitarbeiter entsprechend entschädigen.

In Österreich kümmern sich traditionell die Sozialpartner um die Lohngestaltung. Sollte vor dem Hintergrund einer hohen Inflation und substantieller Lohnforderungen die Politik moderierend eingreift, um zu verhindern, dass es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommt? Ein klares "Nein" kam hierzu von Evelyn Regner: "Lohnverhandlungen sind Sache der Sozialpartner. Die Sozialpartnerautonomie gilt es gerade jetzt besonders zu respektieren. Da braucht man keine Moderation oder Zurufe von außen." Gerade in Konfliktsituationen hätten die Sozialpartner jahrzehntelange Erfahrung. Allerdings, betonte sie, könnten über Lohnverhandlungen nicht alle Probleme gelöst werden. Große politische Maßnahmen müssten gesetzt werden und das Gebot der Stunde sei auch hier, das europäisch Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen.

"So stürmisch die Zeiten sind, es gibt schon immer auch einen festen Anker", betonte wiederum Rolf Gleißner, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit an der Wirtschaftskammer. Die Sozialpartner seien Feste Anker, egal ob die Konjunktur gut oder schlecht ist.