• vom 30.07.2006, 07:29 Uhr

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Update: 31.07.2006, 07:29 Uhr

Duell Lindner-Lorenz um ORF-Chefposten




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Von WZ Online / APA

  • Neun Kandidaten haben sich um den Posten des ORF-Generaldirektors beworben.
  • Alexander Wrabetz könnte noch nachnominiert werden.
  • Monika Lindner gegen Wolfgang Lorenz lautet bis 17. August das Rennen um die Führung des ORF. Die derzeitige ORF-Chefin und der ORF-Programmplaner, beide gelten als bürgerlich, haben sich wie erwartet um den Posten des ORF-Generaldirektors beworben. Dies gab ORF-Stiftungsratsvorsitzender Klaus Pekarek am Samstag via Aussendung bekannt. Lindner und Lorenz gelten fürs Erste als aussichtsreichste Kandidaten für den Top-Job am Küniglberg.

Die Favoriten auf den ORF-Chefsessel: Wolfgang Lorenz und Monika Lindner.

Die Favoriten auf den ORF-Chefsessel: Wolfgang Lorenz und Monika Lindner.© APA / Artinger Die Favoriten auf den ORF-Chefsessel: Wolfgang Lorenz und Monika Lindner.© APA / Artinger

Als Außenseiterin geht Post-Generalsekretärin Viktoria Kickinger in die entscheidende Phase der ORF-Wahl. Kickinger war bis 1998 zwölf Jahre im ORF tätig. Insgesamt gibt es neun Bewerbungen für die ORF-Generaldirektor. Neben Lindner, Lorenz und Kickinger sind dies Wolfgang Srb, der Vorstand der Rapid AG, Kurt Plattner, General Manager für Zentral- und Osteuropa bei der Österreich-Tochter des US-Computerkonzerns Unisys, der Filmproduzent Wolfgang Frey (er trat bereits 2001 an) und der Regisseur Peter Grundei. Über die Bewerber Thomas Pfeiffer und Bob Quarz war selbst in der Suchmaschine Google nichts zu finden.


Nicht beworben haben sich Ex-News-Chef Rudi Klausnitzer und der frühere ORF-Journalist und n-tv-Chef Helmut Brandstätter. Diese wurden zuletzt ebenfalls als potenzielle Kandidaten gehandelt. Klausnitzer und Brandstätter könnten aber von Mitgliedern des Stiftungsrates noch bis 10. August nachnominiert werden. Gleiches gilt für Alexander Wrabetz. Zuletzt verdichteten sich Hinweise, dass der Kaufmännische Direktor des ORF mit Unstützung von SPÖ- und BZÖ-nahen Stiftungsräten am 10. August noch ins Rennen einsteigen könnte. Ihm werden derzeit neben Lindner und Lorenz die besten Wahlchancen gegeben.

Der Holtzbrinck-Manager Michael Grabner, dem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel angeboten haben soll, an die Spitze des ORF zu wechseln, hat indes abgewunken. Er fühle sich sehr geehrt, für diese Funktion im Gespräch gewesen zu sein, doch müsse er absagen: "Mein bestehender Vertrag mit der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck erlaubt mir keinen Wechsel vor 2008", wird Grabner im Nachrichtenmagazin "profil" zitiert.

Gerd Bacher, ehemaliger ORF-Generalintendant, bestätigte inzwischen eine APA-Meldung, wonach er für Wolfgang Lorenz die Werbetrommel rühre und mit verschiedensten Stiftungsräten darüber rede. Lorenz sei "mit Abstand die bedeutendste Führungsfigur im jetzigen ORF. Ich wüsste keinen anderen, der in der Lage ist, den ORF neu aufzustellen", so Bacher im "profil".

ORF-Zentralbetriebsratsobmann Heinz Fiedler kündigte hingegen an, Monika Lindner wieder wählen zu wollen. Das Direktorenteam müsse freilich stimmen. "Lindner wird wieder Generaldirektorin, Mück Informationsdirektor", so Fiedlers Prognose. Wolfgang Lorenz wäre demnach ein "ausgezeichneter Programmdirektor".

Für die Wahl des ORF-Generaldirektors, die vom ORF-Stifungsrat vorgenommen wird, braucht es die Stimmen von mindestens 18 der 35 Mitglieder des obersten ORF-Aufsichtsgremiums. Sah es noch vor wenigen Wochen nach einer klaren Sache für Monika Lindner aus, scheint nun der Ausgang der Wahl nach Meinung verschiedener Stiftungsräte jedenfalls wieder offener.

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Dokument erstellt am 2006-07-30 07:29:11
Letzte Änderung am 2006-07-31 07:29:00

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