• vom 21.04.2006, 10:04 Uhr

Archiv


Weitere Strafen für Admira-Kicker




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZOnline / APA

  • Wien. Die skandalösen Prügelszenen nach dem 1:1-Unentschieden zwischen Nordea Admira und Wacker Tirol am Karsamstag haben am Donnerstagabend ein weiteres Mal den Strafsenat der Österreichischen Fußball-Bundesliga beschäftigt. Drei Admira-Akteure fassten zum Teil empfindliche Sperren aus: Die Stürmer Mahir Saglik und Nino Bule wurden mit einer Sperre von drei bzw. neun Pflichtspielen belegt, Klubkollege Mohsen Faraji erhielt mit 20 Spielen Sperre eine der Höchststrafen in der 32-jährigen Bundesliga-Geschichte.

Das Verfahren gegen Mehdi Pashazadeh (Admira) wurde wegen Mangels an Beweisen eingestellt. Wacker-Tirol-Spieler Hannes Aigner wurde für zwei Spiele gesperrt. "Wir werden gegen die Sperren auf jeden Fall Protest einlegen, das sind Urteile, die so nicht hinzunehmen sind", erklärte Admira-Sprecher Alexander Friedl noch am Donnerstag. Die Protestfrist beträgt drei Tage.


Faraji für 20 Spiele gesperrt

Als "in höchstem Maße gesundheitsgefährdend" stufte der Strafsenat Farajis Attacke am Wacker-Spieler Andreas Hölzl ein. Der Iraner, der nicht im Kader gewesen war und dem Match nur in Zivil beiwohnte, hatte den Tiroler nach dem Spiel mit einer Kung-Fu-Einlage am Ellbogen verletzt. 20 Spiele Sperre sind in der Geschichte der Österreichischen Bundesliga erst einmal verhängt worden: Vienna-Spieler Fritz Hiess war im Oktober 1976 nach einem Faustschlag für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen worden, später wurde die Sperre auf 20 Spiele reduziert.

Erschwerend wurde von der Bundesliga gewertet, dass Faraji, der zuletzt nur mehr im Dress der Admira-Amateure zu sehen war, den Zugang zum Spielfeld mittels Spielerakkreditierung erwirkt und den Tirol-Spieler als "Zuschauer" und damit "ohne eine direkte emotionale Beteiligung" attackiert hatte.

Pause und Freispruch

Neben Faraji wird auch Stürmer Nino Bule, der beim 1:1 den Führungstreffer der Südstädter erzielt hatte, die Meisterschaft nur mehr von der Tribüne aus verfolgen. Der Kroate, der sich in TV-Bildern als Faustkämpfer gegen die Tiroler Aigner und Ferdinand Feldhofer entpuppt hatte, wurde mit einer Sperre von neun Spielen belegt. Immerhin noch drei Spiele wurde der erst am Donnerstag vor das Senat zitierte Mahir Saglik gesperrt. Er kann somit frühestens in der letzten Bundesliga-Runde gegen Red Bull Salzburg wieder im Admira-Dress einlaufen.

Aus Mangel an Beweisen ohne Sperre blieb hingegen ein weiterer Admira-Akteur. TV-Bilder zeigten Mehdi Pashazadeh zwar, wie dieser Tirol-Torhüter Pavlovic am Dress hielt, ein direktes Fehlverhalten wurde daraus aber nicht festgestellt.

Tiroler Aigner zwei Spiele gesperrt

Tirols Aigner, der sich vor dem Senat geständig zeigte, kam hingegen glimpflich davon. Der Stürmer fasste seine Zwei-Spiele-Sperre wegen Tätlichkeit aus. Mildernd war, dass sich der Stürmer nur einmal in den Raufhandel eingemischt hatte - als er einen Mannschaftskollegen verteidigen wollte.

"Wir waren gezwungen, auf Grund der für den österreichischen Fußball einzigartigen Vorfälle exemplarisch hohe Strafen auszusprechen. Im Anschluss an dieses Spiel haben viele Personen gänzlich auf Vorbildwirkung gegenüber der Öffentlichkeit sowie ihrem Respekt und der Verantwortung gegenüber der Gesundheit anderer Profi-Fußballer vergessen", meinte Dr. Manfred Luczensky, Vorsitzende des Bundesliga-Strafsenats, in einer Stellungnahme nach den Urteilen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2006-04-21 10:04:29
Letzte Änderung am 2006-04-21 10:04:00

Werbung




Werbung