• vom 20.01.2006, 16:09 Uhr

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Update: 20.01.2006, 17:11 Uhr

Politik

Erwacht doch aus dem Traum!




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Von Peter Stiegnitz

  • Das gesellschaftliche Konzept der "Multikulturalität" ist auf allen Ebenen gescheitert

Wäre es nicht vernünftig, bei uns nicht mehr Moscheen zu errichten, als es etwa Kirchen in der Türkei gibt?

Wäre es nicht vernünftig, bei uns nicht mehr Moscheen zu errichten, als es etwa Kirchen in der Türkei gibt?

Wäre es nicht vernünftig, bei uns nicht mehr Moscheen zu errichten, als es etwa Kirchen in der Türkei gibt?

Wäre es nicht vernünftig, bei uns nicht mehr Moscheen zu errichten, als es etwa Kirchen in der Türkei gibt? Wäre es nicht vernünftig, bei uns nicht mehr Moscheen zu errichten, als es etwa Kirchen in der Türkei gibt?

Am Ende der Toleranz steht der Anfang der Intoleranz. Genau dieses "Ende der Fahnenstange" hat (West-)Europa, das sich seines Faschismus-Traumas nicht linksliberal genug entwickeln konnte, erreicht. Madrid, Amsterdam, London und die Jzugnedkrawalle in den französischen Vorstädten sind die Folgen einer gefährlichen und verfehlten Ausländer- und Migrations-Politik.


"Multikulturalismus" heißt die gefährlichste Waffe, die wir erfunden und sodann gegen uns selbst gerichtet haben. Alle, die seit vielen Jahren davor warnen, wie zum Beispiel der Göttinger Sozialwissenschaftler Bassam Tibi ( "Der Multikulturalismus ist schon lange tot" ), werden zu "neokonservativen Handlangern" abgestempelt. Bassam Tibi, der muslimische Warner, kennt das beste Rezept zur langfristigen Brandlöschung - nicht nur in den französischen Vororten: "Europa muss seine Selbstachtung zurückgewinnen" , erklärte er kürzlich bei einem Vortrag in Wien.

Nicht ganz dicht . . .

Um welche "Selbstachtung" handelt es sich? Kulturelle Stärke kann sich nur aus der eigenen Tradition nähren. Unsere Tradition fußt auf der jüdisch-christlichen Kultur, ergänzt durch die Aufklärung. Beschränken wir uns allerdings nur auf die Werte der Aufklärung, die neuerdings auch als "europäische Werte" "gehandelt" (allerdings in einigen der neuen EU-Länder kaum "gekauft") werden, so stehen wir der neuen islamistischen Gewalt relativ schutzlos gegenüber. Dehnen wir die Werte der Aufklärung extensiv aus und propagieren gleichzeitig die "offene Gesellschaft", so wird wohl am Ende für uns der lapidare Satz gelten: "Wer sich zu weit öffnet, ist nicht ganz dicht."

Ein gutes Beispiel für die Sinnlosigkeit einer Politik der permanenten Öffnung ist die sogenannte multikulturelle Gesellschaft. Der Wiener Sozialwissenschaftlers Michael Ley meint dazu: "Der Multikulturalismus als Ideologie erweist sich als Sackgasse, weil Gesellschaften gemeinsamer übergeordneter Ideale - Werte' - bedürfen, die mehr oder weniger von allen Mitgliedern geteilt werden." Werte, die lediglich Rechte, aber keine Pflichten beinhalten, eignen sich keineswegs für die Bildung und den Zusammenhalt einer übergeordneten Gemeinschaft.

Dem Phantombild einer multikulturellen Gesellschaft folgend, dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir der islamistischen Gewalt wenig entgegenzusetzen haben. Um keine Missverständnisse zu wecken: Wir benötigen nicht die "starke Hand" einer Führer-Figur, die eine terroristische Pseudo-Stärke von oben anordnet, sondern die eigene Stärke aus unserer kulturellen Tradition. Ohne seine religiöse Tradition wäre etwa das Judentum unter dem mörderischen Druck seiner Feinde längst untergegangen. Aus diesem Grund wäre es zum Beispiel vernünftig, bei uns nicht mehr Moscheen und islamische Bethäuser zuzulassen, als es etwa Synagogen und Kirchen in der Türkei gibt.

Einen fehlerhaften Beginn kann man später nur schwer korrigieren. Es genügte "Kerneuropa" nicht, seine Grenzen - Österreich blieb dabei eine wohltuende Ausnahme - nach dem Zweiten Weltkrieg, vor allem am Anfang des "Wirtschaftswunders", recht weit zu öffnen und statt Saisonniers Gastarbeiter-auf-Lebenszeit nach Westeuropa zu holen; man machte noch einen zweiten, verhängnisvolleren Fehler: die pseudo-humanitäre "Familienzusammenführung". Bassam Tibi sagte dazu in einem Interview ("Kleine Zeitung", 13. 11.): "Das Problematischste ist der Familiennachzug: Denn eine türkische Familie, das sind ja nicht Mann, Frau und zwei Kinder, sondern das sind 100, 200 Leute, die alle nachkommen." Auch der Wiener Bevölkerungsexperte Heinz Fassmann kennt das Problem: "Jetzt kommen vor allem Familienmitglieder nach. Diese haben nicht die Qualifikationen, die am Arbeitsmarkt gefragt sind."

Nichts gegen die Möglichkeit, islamische Kernfamilien in "Kerneuropa" zusammenzuführen (die neuen EU-Mitglieder begehen diese grundlegenden Fehler übrigens nicht), aber doch nicht die gesamte, weit verzweigte Verwandtschaft!

Dabei erweist sich Österreich, trotz aller linken Unkenrufe, als "Migrations-Insel der Seligen". Unsere Ausländerpolitik war von Anfang an richtig und nützlich: Seit den 60er Jahren warb man nur für bestimmte Bereiche, wie etwa die Textil- und Bauwirtschaft, qualifizierte Arbeitskräfte an. "Qualifiziert" hieß damals: Hilfskräfte. Die zu "Gastarbeitern" hochstilisierten Fremdarbeiter bilden keine bedeutende Konsumkraft. Laut einer Studie der Weltbank überweisen die weltweit rund 200 Millionen Gastarbeiter 225 Milliarden US-Dollar (188 Milliarden Euro) an ihre Verwandten in der Heimat. Allerdings kommt diese individuelle "Entwicklungshilfe" nur selten den Ärmsten der Armen zugute.

Die xenophile Position etwa der Grünen, die auf die Wählerstimmen der "Neo-Österreicher" spekulieren, entlarvt den eigentlichen, widersprüchlichen Standpunkt: Auf der einen Seite jagen die Grünen dem "Multikulti"-Phänomen nach, auf der anderen Seite propagieren sie die Gleichberechtigung der Geschlechter. Auch hierzu kann man Bassam Tibi zitieren, der zwar auf die "Europäer" Bezug nimmt, jedoch im Kern die Politik der Grünen trifft: "Sie sind stolz auf ihre Toleranz und lassen Islamisten gewähren, die behaupten, dass es keine Gleichheit zwischen Mann und Frau gibt. Es ist keine Toleranz, das ist Indifferenz." - Besser kann man das Dilemma der Grünen kaum beschreiben.

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Dokument erstellt am 2006-01-20 16:09:05
Letzte Änderung am 2006-01-20 17:11:00


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