• vom 21.01.2006, 00:00 Uhr

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Robert Quitta konfrontiert auf raffinierte Weise den Schriftsteller Celan mit dem Philosophen Heidegger

Worte treffen wie spitze Pfeile




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Von Julia Urbanek

  • Ein Philosoph und ein Dichter, Nazi und Nazi-Opfer. Einer sitzt links, einer sitzt rechts. Sie sprechen pausenlos. Stellen Fragen. Feuern pointierte Wortkaskaden ab: Paul Celan ist zu Gast bei Martin Heidegger, von dem er sich Antworten auf seine Fragen erhofft.

Joseph Prammer und Berhard Karner werfen einander in "Celan im Schwarzwald" Originalzitate der Denker zu, kunstvoll arrangiert von Robert Quitta. Hier wird geschüttelt, gereimt, zerlegt, wiederholt, wiederholt, wiederholt. Die Stimmungen gehen hoch und tief, von Ekstase zu Verzweiflung, von Freude zu Paranoia.


Quitta erweckt die Texte zum Leben und komponierte aus Wortfetzen ein Kunstwerk. Einmal sind die Worte wie Geschosse, dann verschlingen sich bis zum Gleichklang. Tische, ein Brunnen, ein Holz stapel, das ist die Bühne, die einzigartig beleuchtet wird.

Den Rhythmus des Stücks schlagen zwei Königskinder, die Grimms Märchen zitieren. Von "Es war einmal" bis zum Ende, als der Schriftsteller Celan ins Wasser geht. Da war eine Maus, und das Märchen war aus.

Celan im Scharzwald

Von Robert Quitta

(auch Regie)

Joseph Prammer, Berhard Karner

Theater des Augenblicks Tel.: 479 68 87

Wh.: Bis 30. Jänner täglich.

Gekonnt dekoriertes

Wortkulinarium.

Robert Quitta konfrontiert auf raffinierte Weise den Schriftsteller Celan mit dem Philosophen Heidegger



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Dokument erstellt am 2006-01-21 00:00:01
Letzte Änderung am 2006-01-20 19:49:00


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